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Gegenwartskunst

Amoako Boafo: „Die Türen öffnen sich“

Der ghanaische Künstler Amoako Boafo erobert nach einem Studium an der Bildenden in Wien die gesamte Kunstwelt mit seinen markanten Porträts. Die nächste Männerkollektion von Dior trägt ebenfalls Spuren seiner Arbeit.

Das Vierzigfache des Schätzwerts – also über 880.000 Dollar statt um die 40.000  – erzielte das Kunstwerk „The Lemon Bathing Suit“ bei einer Phillips-Auktion im Februar dieses Jahres: Dieser Sensationserfolg ist symptomatisch für den tatsächlich kometenhaften Aufstieg des ghanaischen und Wahlwiener Künstlers Amoako Boafo, den die Branchenplattform Artnet zuletzt als den aktuell „größten Star des Kunstmarkts“ feierte. Schon bei der Art Basel Miami Beach im Dezember 2019 wurde Boafo als nicht mehr ganz geheimer Geheimtipp gehandelt, der im Mittelpunkt des Interesses der Miami-In-Crowd stand. Dass er fast zeitgleich den international etwas weniger bekannten Strabag Art Award in Wien zugesprochen bekam und ebenfalls 2019 ein Kunststudium an der Akademie der bildenden Künste abgeschlossen hatte, stand da wohl weniger hoch im Dinnerparty-Smalltalkkurs als die kraftvolle, eigenwillige Energie seiner Porträts von Menschen aus Afrika und der afrikanischen Diaspora. „The Diaspora Series“ war denn auch eine jener Werkserien, für die er von der Strabag-Jury ausgezeichnet wurde und in der Amoako Boafo Menschen porträtiert, die er persönlich kennt oder inspirierend findet. „Ich male Menschen aus der Community mit schönen Geschichten und kreativen Ambitionen“, so Boafo zum „Schaufenster“ über seine Motivsuche.

„Stand by me“. Im Herbst zeigte die einflussreiche Galeristin Marine Ibrahim in Chicago Arbeiten von Amoako Boafo.Evan Jenkins / Courtesy of Mariane Ibrahim

Die Zeit, als Amoako Boafo in Wien unkompliziert zu erreichen war, ist fürs Erste vorbei. Das hängt zum einen mit dem Covid-19-Lockdown zusammen; Boafo verbrachte den Frühling in Accra: „Ghana war weniger schwer getroffen von der Pandemie, darum war es auch eine positivere Erfahrung, diese Phase dort zu verbringen.“ Zum anderen schirmen seine Galerien in Chicago und Los Angeles den 36-jährigen derzeit gegen allzu viele Anfragen ab. Traten früher noch Interessenten unkompliziert via Instagram heran, werden derartige Vorstöße nun gefiltert – fraglos auch, um nach dem Erfolg am Sekundärmarkt die Kontrolle über die Verkaufssituation zu behalten.

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