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Sonderpreis:

„Corona hat einen Investitionsschub ausgelöst“

Oliver Attensam, Geschäftsführer der Attensam-Gruppe, nutzt die zeitweilige „Corona-Ruhe“, um das Unternehmen zum 40-Jahr-Jubiläum für die Zukunft zu positionieren.(C) Attensam
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Sonderpreis für besondere Leistungen und nachhaltige Innovationen in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten geht an die Hausbetreuung Attensam und Oliver Attensam, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe.

Der erste Lockdown war dramatisch. Vor allem die Ungewissheit in den ersten Tagen, wo keiner wusste, ob wir weitermachen dürfen“, erinnert sich Oliver Attensam, Eigentümer und Geschäftsführer der Hausbetreuung Attensam, an die Iden des März 2020.

Als dann klar wurde, dass das Facility Management Unternehmen mit seinen rund 1600 Mitarbeitern ob seiner Expertise bei der hygienischen Reinigung und Desinfektion zu den systemrelevanten Firmen gehörte, war die Erleichterung groß. „Durch die ganze Mannschaft ist ein Ruck gegangen, nicht zuletzt auch deshalb, weil in der Öffentlichkeit viel stärker wahrgenommen wurde, welch wichtige Rolle ein Unternehmen wie unseres in einer Pandemie spielt.“

Zwar wurden in der Betreuung von Büros Aufträge storniert, doch durch den raschen Ausbau des Hygiene- und Desinfektionsbereichs konnte dieser Rückgang abgefedert werden. „Wir haben sofort umgestellt und unsere Teams binnen einer Woche umgeschult.“

Damit konnte ein coronabedingter Jobabbau verhindert werden, auch Kurzarbeit wurde nicht in Anspruch genommen. „Zahlreiche Mitarbeiter haben uns gebeten, sie nicht auf Kurzarbeit zu schicken. Das hat mich selbst überrascht“, erklärt der Geschäftsführer: „Das Argument war häufig, dass sie auf das Geld nicht verzichten können.“ Also hat man bei Attensam andere Wege gesucht und gefunden.

Die coronabedingte „Ruhe“, wie es der Attensam-Chef ausdrückt, wurde außerdem genutzt, um sich für die Zukunft organisatorisch neu auszurichten. Um noch näher am Kunden zu sein, wurden etwa Anfang Mai zwei neue Standorte eröffnet – in Krems und in Kitzbühel. Letzterer drängte sich förmlich auf – wie die jüngst vorgelegten Zahlen des Geschäftsjahres 2019/20 zeigen, weist der Umsatz in der Region Tirol/Vorarlberg einen exorbitanten Schub von plus 88,2 Prozent auf. Insgesamt verzeichnete die Unternehmensgruppe im vierzigsten Jahr ihres Bestehens ein Umsatzplus von 11,7 Prozent auf 82,6 Millionen Euro.

Auch die Gesellschaftsstruktur wurde umgekrempelt. Die Anzahl der Tochterunternehmen wurde reduziert, dafür verfügt nunmehr jede Einheit über zwei Geschäftsführer, sodass im Fall des Falles einer für den anderen einspringen kann. Oliver Attensam: „Wir haben uns gesagt, es wird eine Zeit nach der Krise geben und für diese wollen wir uns so modern als möglich aufstellen. Auch wenn die Unsicherheit groß ist, war uns sehr schnell klar, dass wir gerade jetzt investieren sollten. In einem Jahr wird das Thema hoffentlich erledigt sein und die, die nach der Krise gut aus den Startlöchern kommen, werden ganz vorn liegen.“

Nicht zuletzt deshalb nimmt das Unternehmen auch Geld in die Hand, um etwa die Digitalisierung weiter voranzutreiben. „In die IT wird ein hoher, einstelliger Millionenbetrag investiert“, sagt Attensam: „Man kann durchaus sagen, dass Corona bei uns einen Investitionsschub ausgelöst hat.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.12.2020)