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Herausforderungen

Blinde und Gehörlose in der Pandemie: "Eingeschränkt ist derzeit ja jeder"

Abstand zu Mitmenschen halten, ohne sie zu sehen, kommunizieren, wenn das Lippenlesen durch den Mundschutz unmöglich ist: Wie blinde und gehörlose Menschen die aktuelle Situation wahrnehmen.

Es sind harte Zeiten, in denen wir uns befinden. Für uns alle. Doch wie geht es Menschen mit Sinneseinschränkungen, wenn ihr Leben noch weiter eingeschränkt wird? "Eingeschränkt ist derzeit ja jeder. Ob wir durch unsere Behinderung zusätzlich eingeschränkt sind", überlegt Daniela Angerer, "das kann ich gar nicht sagen." "Es ist halt gerade vieles neu", fällt ihr ihre Zwillingschwester Angelika ins Wort. Und meint damit nicht nur den Wechsel von der Schule auf die Uni, der sich in diesem Jahr für alle Studienanfänger ganz anders als erwartet darstellt. "Bei uns müssen die Professoren halt nicht nur auf digital umstellen, sie schauen im besten Fall auch, dass alles barrierefrei und für uns zugänglich ist. Das ist nicht selbstverständlich." Die beiden Niederösterreicherinnen haben Lebersche kongenitale Amaurose, sie sind seit ihrer Geburt blind. Nach Abschluss der Handelsakademie haben sie heuer ein Studium an der Universität Wien begonnen: Psychologie die eine, Lehramt (Spanisch und Französisch) die andere.

Auf dem Computer sind sie flott unterwegs, ein Screenreader gibt ihnen die Inhalte über eine Sprachausgabe oder über die Braillezeile in Blindenschrift wieder. Aber nicht alle Dokumente kann er problemlos erfassen: Bilder, Grafiken oder die mit Rotstift korrigierten und dann abfotografierten Texte blieben oft unentschlüsselt – "wäre da nicht unsere Mutter, die uns beschreibt, was darauf zu sehen ist. Auch das ist nicht selbstverständlich." Die meisten Professoren seien aber zuvorkommend, erstellen Extra-Powerpoint-Präsentationen mit Grafikbeschreibungen, verwenden für die Kommunikation Programme, die sich als barrierefrei gut bewährt haben.