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Dekoration

Melania Trumps "Last Christmas"

(c) APA/AFP/NICHOLAS KAMM (NICHOLAS KAMM)
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Zum letzten Mal stellte First Lady Melania Trump traditionellerweise ihre weihnachtliche Dekoration im Weißen Haus vor. Zu kritisieren gibt es dabei wenig.

Es weihnachtet sehr, auch im Weißen Haus. Nach einem Jahr, das nicht nur von der Coronavirus-Pandemie, sondern auch vom US-Präsidentenwahlkampf geprägt war, erstrahlt das Noch-Zuhause der Trumps nun im weihnachtlichen Glanz.

"America the Beautiful" wählte die First Lady diesmal als Motto für ihren letzten weihnachtlichen Auftritt. Mit dieser Tradition - ein Thema für die Dekoration zu finden - begann übrigens Jacqueline Kennedy. Ihrer erster Baum war damals mit Figuren aus dem Ballett "Nussknacker Suite" geschmückt.

Die Enthüllung des Christbaumes ist jedes Jahr eine große Medienangelegenheit. So wird der Baum, der übrigens von einem National Grand Champion der National Christmas Tree Association stammt, mit einem Pferdegespann vor das Weiße Haus gebracht.

Klassisch dominiert nach Kritik

Doch wie sieht die Dekoration in diesem Jahr aus? Denn wer glaubt, bei Weihnachtsdekoration lässt sich nicht so viel falsch machen, irrt. Melania Trumps Dekorationskünste waren in der Vergangenheit ganz genau unter die Lupe genommen und kritisch sowie hämisch rezipiert worden.

Das Weiße Haus als Eispalast, 2017.
Das Weiße Haus als Eispalast, 2017.(c) imago/ZUMA Press (Ron Sachs)

2017 war der östliche Flügel mit weißen Zweigen ausgekleidet, was Assoziationen mit dem Weißen Haus als Eispalast aufkommen ließ, 2017 waren es 40 komplett rote Bäume, die Vergleiche mit Autowaschanlagen oder auch der Serie „The Handmaid's Tail“ nach Margaret Atwoods Romanreihe zuließen.

Viel Häme musste Melania Trump für diese Idee einstecken.
Viel Häme musste Melania Trump für diese Idee einstecken.(c) imago/ZUMA Press (Andrea Hanks)

Im Vorjahr war es deshalb wohl wenig verwunderlich, dass sich Melania Trump mit "Spirit of America" wieder ganz klassisch den Farben der US-Flagge sowie den Sehenswürdigkeiten des Landes widmete.

„Diplomatic Dressing“ für den Christbaum

In diesem Jahr wurde der First Lady wohl noch einmal mehr bewusst, dass es bei der Weihnachtsdekoration weniger darum geht, die eigene Ästhetik einfließen zu lassen und mehr darum, auch das US-amerikanische Volk miteinzubeziehen. „Diplomatic Dressing“ für den Christbaum, sozusagen.

Der Christbaum stammt diesmal von Dan and Bryan Trees aus West Virginia.
Der Christbaum stammt diesmal von Dan and Bryan Trees aus West Virginia.(c) imago images/ZUMA Wire (Andrea Hanks/White House via www)

So steht der "Red Room" mit Krankenwagen am Baum, aber auch Miniatur-Supermärkten und Lieferdiensten ganz im Zeichen der Pandemie. Damit wolle man auch die Menschen würdigen, die durch die Krise helfen. Der "Blue Room", in dem der 5,5 Meter hohe Weihnachtsbaum steht, ist mit gelben Schleifen und Anhängern geschmückt, die Schüler aus allen Teilen des Landes angefertigt haben. Selbst der Suffragetten-Bewegung und dem Frauenwahlrecht wurde Tribut gezollt.

Auf dem Kaminsims sind Nachbildungen von Supermärkten und Krankenhäusern zu sehen.
Auf dem Kaminsims sind Nachbildungen von Supermärkten und Krankenhäusern zu sehen.(c) imago images/ZUMA Wire (SMG via www.imago-images.de)
Kunstwerke von Kindern und Jugendlichen zum Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht sind ebenfalls in der Dekoration zu finden.
Kunstwerke von Kindern und Jugendlichen zum Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht sind ebenfalls in der Dekoration zu finden.(c) imago images/ZUMA Wire (SMG via www.imago-images.de)

Geschmackvoll und auch noch mit einer Botschaft, hier haben selbst erbitterte Kritiker wenig zu bemängeln. Allein die horrenden Kosten, die man in der Coronakrise wohl für etwas Besseres verwenden könnte, werden angeführt. Wirklich recht machen kann es die First Lady wohl niemandem.

Deshalb ist es wohl auch wenig verwunderlich, dass diese Aufgabe Melania Trump wenig Spaß gemacht haben soll. Vor einigen Wochen kam ein Mitschnitt eines Telefonats, das die First Lady mit einer ehemaligen Freundin führte, an die Öffentlichkeit. „Ich arbeite mir den Arsch ab für das Weihnachtszeug, wen interessiert das Weihnachtszeug und die Weihnachtsdekoration? Aber ich muss es machen, oder?“ Ein Glück, dass es für die Trumps wirklich „Last Christmas“ im Weißen Haus ist.