Obwohl die Regierung die Wirtschaft weiterhin mit Haftungen für Firmenkredite unterstützt, werden Österreichs Banken bei der Gewährung neuer Kredite zunehmend restriktiver.
Österreichs Wirtschaft kann sich auf Vater Staat verlassen. Rund 38 Mrd. Euro lässt es sich die Regierung kosten, Unternehmen mit Zuschüssen, Stundungen und Kreditgarantien durch die Coronakrise zu tragen. Doch während die Politik den Wählern verpflichtet ist, haben Banken andere Interessen: Sie müssen ihre Bilanzen sauber halten, Eigentümer zufriedenstellen und Vorgaben der Aufseher erfüllen. Daher achten sie nun genauer darauf, wem sie einen Kredit geben.
So haben Banken im dritten Quartal ihre Kreditrichtlinien für Unternehmenskredite verschärft, geht aus einer im Rahmen der EZB und von der Oesterreichischen Nationalbank durchgeführten Umfrage unter Kreditmanagern in Österreich hervor. In diesem Bereich ist das die stärkste Anpassung der Kreditinstitute seit mehr als fünf Jahren. Und es wird noch strikter: Die befragten Banker gehen davon aus, dass es bis Jahresende zu weiteren Verschärfungen kommen wird.