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Streamingtipps

Lustvoll durch den Kakao gezogen: Die besten Parodien auf Netflix, Amazon & Co.

Sich lustig machen will gelernt sein: Wir empfehlen fünf Parodien, die ihre Vorbilder so aufrichtig wie liebevoll verhöhnen – seien es Polizei-Thriller, Telenovelas, romantische Komödien oder Tennis-Dokus.

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Das ist der dritte Teil unserer Reihe heiterer Film–Empfehlungen für den Lockdown (light).
Teil eins: >> Fünf Komödien aus fünf Jahrzehnten
Teil zwei: >> Die besten Buddy-Komödien

Medical Police

Eine Staffel, seit 2020
Zu sehen auf Netflix

Ist es zu früh für die Empfehlung einer Comedy-Serie, in der es um die Bekämpfung eines gefährlichen Virus geht? Hoffentlich nicht. Denn „Medical Police“ ist ein richtiger humoristischer Leckerbissen. Und garantiert zu albern, um jemanden ernstlich vor den Kopf zu stoßen. Die von begnadeten Quatschmachern rund um Rob Corddry und David Wain („Wet Hot American Summer“) ersonnene (und noch vor Corona veröffentlichte) Show handelt, wie bereits der absichtsvoll doofe Titel verrät, von Ärzten, die zugleich Polizisten sind. Und sich globalem Bioterrorismus in den Weg stellen. Wie? Was? Wurst. Auch den TV-Hit „Childrens Hospital“, dem die Hauptfiguren entlehnt sind (Erinn Hayes und Rob Huebel als tollkühnes Tollpatsch-Team: toll!), muss man nicht kennen, um diese durchgeknallten Persiflagen zu goutieren.

Durch den Kakao zieht die Serie vor allem überzogene Agententhriller und Varianten des „prozeduralen Dramas“ à la „House“. Doch ihre enorme Gag-Dichte und Neigung zu absurden Meta-Witzen lässt das eigentliche Vorbild deutlich durchscheinen: Mit Ehren tritt „Medical Police“ tatsächlich die Thronfolge des Nonsens-Klassikers „Die nackte Kanone“ an. Wenn schon kein Skiurlaub, dann wenigstens Urlaub fürs Gehirn!

Casa de mi Padre

Von Matt Piedmont, 2012
Zu sehen auf Amazon

Die Grenze zwischen Parodie und Hommage ist bekanntlich fließend. Ohne aufrichtiges Interesse am Spottobjekt, ohne innige Kenntnis seiner Wirkungsweisen verkommt jede Satire zur hohlen Verhöhnung. Derartige Achtlosigkeit kann man den Urhebern von „Casa de mi Padre“ nicht vorwerfen. Ihre offenkundige Begeisterung für mexikanische Telenovelas, deren Pathos-Explosionen und budgetäre Einschränkungen lässt den parodistischen Aspekt dieser Kuriosität beinahe ins Hintertreffen geraten. Seifenoper-Fans sollten dennoch ihre Freude habe. Für alle anderen bleiben Stars wie Diego Luna, Gael García Bernal und Will Ferrell: Allein sein Spanisch ist für ein paar Lacher gut.

Isn't It Romantic

Von Todd Strauss-Schulson, 2019
Zu sehen auf Netflix

Natalie findet romantische Komödien unausstehlich: Im echten Leben gäbe es nie ein Happy End mit Märchenprinz! Schon gar nicht für Frauen ohne Supermodel-Maße. Doch als die Architektin nach einem Unfall in einer quietschbunten Rom-Com-Welt aufwacht, werden ihr die Vorzüge eskapistischer Fantasien sukzessive bewusst. Eigentlich ist „Isn't It Romantic“ keine richtige Rom-Com-Parodie (dafür bleibt seine Klischee-Kritik zu oberflächlich), sondern der Versuch, Skeptikern ein vielgeschmähtes Genre schmackhaft zu machen. Sehenswert ist er vor allem aufgrund der Hauptdarsteller Rebel Wilson und Adam Devine: Zwei begabte Charakterkomiker, die hier ausnahmsweise als Turteltauben im Mittelpunkt stehen.

7 Days in Hell

Von Jake Szymanski, 2015
Zu sehen auf Sky

Spätestens seit Dominic Thiems Triumph beim US-Open ist Österreich wieder im Tennis-Fieber. Eine Sportart voller Originale, deren Eigenheiten bisweilen zum Schmunzeln anregen. Doch keine Legende des beliebten Netzspiels war je so verhaltensauffällig wie die beiden Superstars im Brennpunkt der Mockumentary „7 Days in Hell“ (abgesehen vielleicht von John McEnroe, der hier nebst Serena Williams und Zauberer David Copperfield ein paar Gastauftritte hat). Ein US-Bad-Boy mit grässlicher Langhaarperücke (Andy Samberg) und ein unterbelichtetes britisches Wunderkind (Kit Harington) liefern sich darin einen erbitterten Wettkampf – was in ein schier endloses Match voller skurriler Wendungen mündet.

Cuplicated

Eine Pilotfolge von Craig Healy, 2017
Kostenlos zu sehen auf der Plattform Vioobu

Die 2010er-Jahre waren eine Blütezeit der Selbstbespiegelung in Serienform: „Louie“, „Master of None“ u. a. präsentierten sich direkt oder indirekt als augenzwinkernde Autofiktionen über ihre Hauptdarsteller aus der Comedy-Branche – und nahmen sich im Vergleich zu Vorläufern wie „Seinfeld“ ziemlich ernst. Erstaunlich, dass es bis heute kaum Parodien dieser bei aller demonstrativen Selbstbescheidung keineswegs uneitlen (und zuweilen ordentlich weltfremden) TV-Memoiren gibt.
Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet „Cuplicated“: Dieses Kleinod kritischer Online-Konzeptkomik präsentiert sich als Pilotfolge einer Dramödie, die den Streamingdienst Vioobu bewerben soll. Und handelt vom Komiker Craig Healy, der sich mit einer autobiografischen Serie als großer Künstler neu erfinden will. Der Wesenskern dieser Mise en abyme besteht vorwiegend aus Selbstmitleid, Narzissmus, wohlfeilen Stilkapriolen und dreisten Produktplatzierungen. Wer will, kann danach die Vioobu-Plattform erkunden: Sie birgt vor allem gemeinfreien Uralt-„Content“ in miserabler Qualität – und eine geharnischte Satire auf Polit-Shows wie „Last Week Tonight“ namens „Craig Fixada America“.

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