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Bundesliga

Sturm bei Ilzer-Rückkehr nach Favoriten in der Erfolgsspur

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Austria plagen Probleme, finanzielle Sorgen stellen sportliche in den Schatten, Christian Ilzer hat allerdings mit Violett längst abgeschlossen. „Es gab eine saubere Trennung."

Christian Ilzer kehrt in der Rolle des Siegers nach Wien-Favoriten zurück. Verließ der Steirer die Austria mit Saisonende aus freien Stücken Richtung Graz, schwimmt er mit Sturm derzeit auf der Erfolgswelle. Dem Überraschungssieg in Salzburg ließen die "Blackies" weitere im ÖFB-Cup und in der Liga gegen Wattens folgen. Die Austria ist vor ihrem Heimspiel am Samstag (17.00 Uhr) angeschlagen. Finanzielle Nöte stellten die sportlichen derzeit in den Schatten.

18,8 Millionen Euro Verlust machte die Austria im vergangenen Geschäftsjahr, das Fremdkapital - sprich der Schuldenberg - wuchs auf über 78 Mio. Euro an. Peter Stöger sah den bei vielen Fans eingetretenen Schockeffekt als wenig überraschend an. Eineinhalb Jahre habe man darauf hingewiesen, dass der Verein finanzielle Unterstützung brauche. "Das wird nun für alle noch klarer sein", sagte der Sportchef der Austria. Stöger sieht eine "angespannte Situation", es gebe aber "klare Prämissen, damit das Worst-Case-Szenario nicht eintritt". Dies wäre wohl der Konkurs. Abgewendet werden soll dies durch den Einstieg eines Investors, auf dessen Suche sich die Austria nun schon seit längerem befindet.

Die Mannschaft sollen die finanziellen Sorgen nicht zusätzlich ablenken. Wie Stöger am Freitag anmerkte, werden die vertraglich abgesegneten Zugeständnisse - sprich Gehälter und Punkteprämien - ausgezahlt. Die Liquidität ist auch laut Wirtschafts-Vorstand Markus Kraetschmer gegeben. Für Stöger nicht leichter macht die Situation die Kaderplanung. Die Verträge von 13 Spielern laufen im kommenden Sommer aus, darunter Akteure wie Christoph Monschein, Alexander Grünwald oder Michael Madl. Gespräche habe es schon gegeben. "Was von den meisten kommt ist, dass sie abwarten wollen, wie es sich entwickelt", erklärte Stöger.

Gegen Sturm sollen zumindest auf dem Platz rosigere Zeiten eingeläutet werden. "Es ist ziemlich klar, dass es für uns eine ganz wichtige Partie ist. Wir haben in den letzten Wochen nicht voll punkten können", wusste Stöger. Fünf Runden ist die Austria sieglos, nur im ÖFB-Cup siegten die Violetten mit 5:3 im Achtelfinale gegen Hartberg. Zuletzt gab es in der Liga drei Remis, in der Vorwoche ein schmeichelhaftes 1:1 gegen Rapid. Sturm sei "in Form", merkte Stöger an. "Aber wir sind zuversichtlich. Wir haben nun auch vier Spiele nicht verloren. Es wird wieder eine offene Partie werden, wie alle unsere Spiele in dieser Saison."

Sturm liegt als Vierter derzeit fünf Punkte vor der achtplatzierten Austria. Mit einem Auswärtssieg wäre ein möglicher Konkurrent um einen Rang in der Meistergruppe abgehängt. Christian Ilzer will mit seiner Mannschaft "gierig und giftig" bleiben und bis zur Winterpause das Maximum an Zählern herausholen. Dem Wiedersehen mit seinen Ex-Schützlingen und seinem vormaligen "Chef" Stöger maß er nicht allzu viel Bedeutung zu.

"Ein Sieg am Samstag wäre wichtig, aber die nächsten Siege und die davor sind genauso wichtig", sagte der 43-Jährige. Natürlich habe er die Austria wieder genauer unter die Lupe genommen. "Beim einen oder anderen Spieler bemerke ich, dass er sich noch einmal weiterentwickelt hat." Mehr sei - mit vollem Fokus auf Sturm - nicht zu sagen. Ilzers Team tritt insgesamt gefestigt auf. Zwar hat Sturm nur zwölf Tore erzielt, mit erst fünf Gegentoren ist man aber das Bollwerk der Liga. Die Austria hat ein Torverhältnis von 9:10 nach neun Runden zu Buche stehen. Ein Spektakel gab es nur im Cup.

In Graz träumt man dank des jüngsten Erfolgslaufs schon von mehr. Ilzer ist jedoch vorsichtig, die Zielsetzung nach oben zu verschieben. "Wir wollen den längerfristigen Blick nicht aus den Augen verlieren. Wir machen Dinge schon sehr gut, aber es gibt wirklich in allen Bereichen noch gehörig Luft nach oben", betonte er. Mit einem weiteren Erfolg an einer vergangenen Arbeitsstätte würde Sturm an den Top Drei anklopfen. Die Nachtragspartie gegen den WAC haben die Grazer dabei noch in der Hinterhand.