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Tiere und Corona

Vier Löwen im Zoo von Barcelona Corona-positiv

Outbreak of the coronavirus disease (COVID-19) in Santiago
Löwe in einem Zoo(c) REUTERS (IVAN ALVARADO)
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Auch bei zwei Mitarbeitern des Zoos wurde eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt. Wesentlich häufiger ist die Ansteckung bei Hunden und Hauskatzen.

Der Zoo im spanischen Barcelona hat die Infektion von vier Löwen mit dem Coronavirus gemeldet. Dies sei der zweite bekannte Fall, in dem sich Großkatzen angesteckt hätten. Auch bei zwei Mitarbeitern des Zoos seien die Tests positiv ausgefallen. Die Tiere hätten in dem für Besucher geöffneten Zoo keinen Kontakt zu anderen Tieren gehabt.

Das Veterinäramt in Barcelona kontaktierte den Bronx Zoo in New York, in dem im April der erste Fall einer infizierten Großkatze bekannt wurde.

In dem New Yorker Zoo hatten sich gleich vier Tiger und drei Löwen angesteckt. Allen acht Großkatzen ging es jedoch gut. Sie verhielten sich normal, bei manchen war ein Husten festgestellt worden. Wahrscheinlich habe ein Pfleger das Virus in sich getragen, aber keine Symptome gezeigt.

Haustiere können sich anstecken

Wesentlich häufiger dürfte es passieren, dass sich auch Haustiere mit dem Coronavirus infizieren. In Belgien war bereits im März 2020 eine Infektion bei einer Hauskatze entdeckt worden. Eine Studie italienischer Forscher bestätigte im August, dass Haustiere wie Hunde und Katzen von Menschen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert werden können. Die Wissenschafter hatten 540 Hunde und 277 Katzen in Norditalien, vor allem in der Lombardei, untersucht.

Die Tiere lebten in Haushalten mit Corona-Patienten oder in besonders stark von Corona betroffenen Gebieten. Bei 3,4 Prozent der Hunde und 3,9 Prozent der Katzen konnten die Forscher Antikörper gegen das Virus nachweisen. Das deutet auf eine zurückliegende Infektion hin. Die Tests auf Viren in Abstrichen aus dem Mund-, Nasen-, Rachenraum waren bei allen Tieren negativ - die Virenausscheidung endet nach zwei Wochen. Getestet wurde zwischen März und Mai 2020.

Die Ergebnisse der Studie sind nach den Worten des Präsidenten des Friedrich-Loeffler-Instituts Greifswald, Thomas Mettenleiter, nicht überraschend. "Sie bestätigen, was wir schon wissen", sagte er nach Veröffentlichung der Ergebnisse im August. Es sei jedoch gut, eine Studie mit einer solchen Anzahl an Haustieren zu haben. "Es ist nicht so einfach, an Proben zu kommen."

Der bedeutend größere Anteil der positiv getesteten Tiere stammt aus Covid-19-Haushalten. "Wir gehen davon aus, dass im Regelfall die Übertragung des Virus vom Menschen auf das Tier erfolgt", sagte Mettenleiter. Lediglich in einer Nerzfarm in den Niederlanden sei es vielleicht umgekehrt gewesen. Aber auch dort sei der erste Eintrag in die Farm durch Menschen geschehen.

Hunde und Katzen verbreiten Virus nicht

Die Studie bestätige die bisherige Einschätzung des FLI, dass Hunde oder Katzen bisher keine Rolle bei der Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus spielen. Ausschlaggebend sei die Übertragung von Mensch zu Mensch. Der Kontakt gesunder Menschen zu Haustieren muss aus derzeitiger Sicht des FLI nicht eingeschränkt werden. Infizierte Menschen sollten den Kontakt zu Haustieren meiden. Auch wenn sich Haustiere infizieren, bedeutet das laut FLI nicht automatisch, dass sich das Virus in den Tieren vermehren kann und von ihnen auch wieder ausgeschieden wird, etwa mit Nasensekret, Hustenauswurf oder Kot.

Dafür, dass Tiere an einer Corona-Infektion sterben, gibt es Mettenleiter zufolge bisher keinen Nachweis. Auch in der italienischen Studie waren nur lebendige Tiere untersucht worden. In den USA sei ein vor kurzem positiv getesteter Hund gestorben, der aber auch noch an Krebs erkrankt war.

Laut FLI gibt bisher keine Hinweise darauf, dass sich Schweine, Hühner und andere landwirtschaftliche Nutztiere mit SARS-CoV-2 infizieren können. Am Institut erfolgen derzeit Versuche mit mehreren Tierarten. Ersten Ergebnissen zufolge sind Frettchen und Flughunde für das Virus empfänglich, Hühner und Schweine jedoch nicht. Studien mit Rindern wurden erst begonnen.

(APA/Reuters)