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Biologie

Die Natur zeigt uns vor, wie wir es nicht machen sollten

Eine irritierende Entdeckung von Biologen: Die Evolution führt zu völlig nutzloser Komplexität. Wir ziehen flugs ein paar Lehren daraus.

Sobald wir das Wort Evolution hören, gehen wir als moderne Menschen in die Knie, so wie unsere Ahnen nur in der Kirche. Was sie allein einem superschlauen Schöpfergott zugetraut haben, lobpreisen wir nun an Mutation und Selektion: Die beiden Säulenheiligen unseres Weltbildes haben die Natur in wundervoller Weise eingerichtet. Alles funktioniert, alles passt sich seiner Umwelt bestmöglich an, Halleluja!

Diesen Choral haben uns die Hohepriester der Naturwissenschaft eingebläut. Aber ausgerechnet sie mutieren jetzt zu Ketzern. Forscher der Universität Chicago haben herausgefunden: In unseren Zellen häufen sich Proteine, die komplex gebaut sind – und völlig nutzlos (Nature, 9.12.).

Kramen wir in unseren Erinnerungen an den Schulunterricht, um die irritierende Entdeckung wenig komplex nachzuvollziehen: Proteine sind Ketten aus Aminosäuren, die in unseren Zellen als Werkzeuge für alles Mögliche dienen. Manche identen Proteine koppelten sich zu Paaren, die man Dimere nennt. Die US-Biologen haben nun 450 Millionen Jahre Evolution im Labor rückabgewickelt. Dabei zeigt sich: Die neuen Dimere funktionierten nicht anders als die alten Solo-Proteine. Die komplexere Struktur hat also keinen Vorteil.

Wie konnte sie dann unter Selektionsdruck bestehen?