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Hautsache. Ein weiterer Geniestreich Margielas: Das "tätowierte" Textiloberteil.
Filmdokumentation

Modegenie Margiela: Der große Unbekannte

Martin Margiela kommt als Protagonist in einer Filmdokumentation ausgiebig zu Wort und bleibt doch anonym.

Um eingangs einen kühnen Vergleich anzustellen, der verdeutlicht, wie bemerkenswert die Angelegenheit ist: Es ist in etwa so, als ob Elena Ferrante sich wortreich eineinhalb Stunden lang über "Meine geniale Freundin" und ihr Schreiben insgesamt ausbreiten würde in einer Filmdokumentation, die aber nie ihr Gesicht zeigt. Der Vergleich hinkt zwar insofern, als man bei Ferrante nicht einmal über das tatsächliche Geschlecht der oder des Schreibenden Bescheid weiß: Doch Martin Margiela, der stets das Anonymat wahrte und sich jedem Personenkult verschloss, ist für die Modewelt eine nicht minder stilbildende und vordenkerische Erscheinung. Wer "Lichtgestalt" denkt, geht nicht völlig fehl. In den zwei Jahrzehnten zwischen 1988 und 2008 wurde Margiela zu einem der Großen der Modegeschichte oder, wie Kritikerin Cathy Horyn in der neuen Doku "Mythos der Mode" sagt: "Er ist definitiv unter den Top Ten" seit dem späten 19. Jahrhundert.