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Ausstellung

Wie man das störrische Volk zum Impfen treibt

Diese Karikatur von 1831 zeigt einen „Cholera-Präservativ-Mann“ - und hierzulande erstmals eine Maske zu medizinischen Zwecken.Wien Museum
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„Masken und Seuchen am Wiener Hof“: Ab Freitag zeigt die Wagenburg in Schönbrunn eine reduzierte, aber geschickt aus dem Boden gestampfte Ausstellung über die Freiheit des Verhüllens und die Habsburger als Impfpioniere.

„Der Eintritt steht nur denjenigen offen, welche mit einer Maske versehen sind": Das konnte man schon 1823 vor dem Theater an der Wien lesen. Aber die Analogie trügt, angekündigt wurde damit ein Ball, dessen Reglement sich die kostümierten Gäste gern unterwarfen. Solche Streiche spielt uns die Geschichte: Die Maske, heute bei vielen als Symbol der Freiheitsbeschränkung verhasst, galt früher als ein Stück Freiheit. Im Fasching konnten einfache Bürger mit verdecktem Gesicht die Obrigkeit kritisieren, eine andere Identität annehmen. Auf den höfischen Turnieren erweiterten Ritter ihren Erlebnishorizont durch verzierte Visiere, die sie in Götter, Exoten, Türken verwandelten. Oder das Geschlecht wechseln ließen: Selbst Kaiser Maximilian maskierte sich als Frau.