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Wien-Wahl: FPÖ legt sich mit Rapper an

WienWahl FPoe legt sich
(c) www.facebook.com/pages/Nazar/381699250144
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Der Rapper Nazar soll in einem seiner Songs FP-Chef Strache beleidigen und die Terroranschläge des 11. September verherrlichen. Laut FP-Generalsekretär Vilimsky macht er Werbung für die Wiener SPÖ.

Die FPÖ erhöht die Frequenz ihres Wahlkampftrommelns gegen die Wiener SPÖ: Der freiheitliche Generalsekretär Harald Vilimsky warf am Dienstag bei einer Pressekonferenz den Wiener Roten weiterhin Verwicklungen in Richtung einer fundamentalen Ausprägung des Islam vor.

Es gebe "neue Entwicklungen, die Anlass zur Sorge geben". Konkret sprach Vilimsky von einem Rapper namens Nazar, der im Umfeld der SPÖ stehe und offen für Bürgermeister Michael Häupl werbe. Es sei "skandalös, wie die SPÖ die Nähe zu diesem Hassprediger der Musikszene" suche.

Unter anderem werde der Rapper auf der Homepage des Wiener SP-Gemeinderates Peko Baxant beworben. Der Musiker rappe in einem seiner Songs Richtung FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, "Guck, ich spuck auf dein Verein - und f... ich deine Mutter, ist dein Blut wieder rein", zitierte Vilimsky. (>>Der Song dazu auf YouTube)

Dies wolle man "gerichtlich abgehandelt haben". Vilimsky brachte in diesem Zusammenhang eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwalt unter anderem wegen gefährlicher Drohung, Verhetzung und Aufforderung zu mit Strafe bedrohten Handlungen ein.

Der Hintergrund: SP-Jugendsprecher Beko Baxant hatte gemeinsam mit dem Rappers Nazar das Projekt "Meine Stadt" verwirklicht, bei dem die Jugendlichen Wiens einmal selbst zu Wort kommen sollen als Ausdruck eines neuen jungen Wiener Selbstbewußtseins - diesmal nicht unumstritten in Form eines "Gangsta-Rap"-Videos. In diesem Werk kommen die von Vilimsky genannten Zeilen allerdings nicht vor.

"Meine Stadt" - Das Video


Die FPÖ kann das alles nicht begeistern: Vilimsky beklagte, dass der Rapper in einem anderen Video die Terroranschläge vom 11. September verherrliche. Es gebe öffentliche Auftritte von Nazar, Baxant und dem Wiener Bürgermeister, heißt es in der Anzeige: "Häupl wirbt gemeinsam mit Terrorverherrlichern." Der FPÖ-Generalsekretär forderte von der SPÖ zumindest eine Distanzierung, eine Entschuldigung Richtung Israelitische Kultusgemeinde und dass Baxant umgehend aus dem Gemeinderat abgezogen wird.

 

Reform des Parteiengesetzes gefordert

Vilimsky war aber noch nicht am Ende seines Rundumschlags gegen die SPÖ: Er kritisierte auch die "Konzernstruktur" der Wiener Roten und forderte eine Reform des Parteiengesetzes. So müsse etwa sichergestellt werden, dass es Parteien verboten ist, Beteiligungen an Unternehmen einzugehen, die auf Gewinn ausgerichtet sind.

Vilimsky kam ein seltenes Lob über die Lippen: Das Nachrichtenmagazin "profil" habe in seiner jüngsten Ausgabe die Eigentumsverhältnisse der Wiener SPÖ gut dargestellt. Es gehe dabei um öffentliche Aufträge für rote Unternehmen und "versteckte Wahlhilfe". Im Umfeld der Wiener SPÖ habe sich eine "Konzernstruktur" breitgemacht - es sei demokratiepolitisch gefährlich, wenn Parteien in kommerzielle Interessensgebiete eindringen würden, was nur mit Mitteln der Parteienförderung geschehen könne. "Wie hier fast mit macchiavellistischer Verhaltensweise Unternehmungen an öffentliche Aufträge herankommen ist etwas, das nicht geduldet werden kann." Darum fordert Vilimsky eine Reform des Parteiengesetzes.

(felb)

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