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Fußball-Analyse

Salzburg hatte gegen Rapid viel zu leichtes Spiel

APA/KRUGFOTO
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Rapid war für Salzburg keine große Hürde, das 6:2 entschied klar über den Einzug in das Cup-Viertelfinale. Steckt Hütteldorf in einer Form- oder Systemkrise, ist Dietmar Kühbauer jetzt angezählt?

Man kann gegen Seriensieger wie Salzburg immer verlieren. Man muss auch nicht Favoritenrollen, Außenseiter oder Elfmetertore über Gebühr strapazieren. Nur, ist das eigentliche Fußballspiel schon nach 23 Minuten entschieden, sind Fragen unumgänglich. Das Cup-Achtelfinale bestätigte Salzburgs Übermacht, der 6:2-Sieg sprach letztlich Bände. Nur welche Rückschlüsse lässt diese Niederlage denn für Rapid zu?

Beide Klubs haben eine gemeinsame Vergangenheit. Mit Trainer Otto Barić war Grünweiß in den 1980er-Jahren im Hoch, bei Austria Salzburg war der am Sonntag verstorbene Kroate in den 1990er-Jahren die Autorität. Doch kaum war diese Gedenkminute vorbei, war es auch um das Gemeinsame geschehen.

SCR? Behäbig, kein Zweikampf

Salzburg ist seit siebeneinhalb Jahren daheim im Cup ungeschlagen, kassierte seit 2013 nur eine Niederlage (Finale 2018, gegen Sturm Graz) und mit dem Amerikaner Jesse Marsch an der Seitenlinie ist ein Trainer im Einsatz, dem lasches Stellungsspiel, behäbiger Kick oder Rückpässe zuwider sind. Kühbauer mag ähnlich denken, nur: Rapid spielt nicht so. Alles dauert zu lange. Es mangelt an Genauigkeit. Das Zweikampfverhalten, das unerlässlich ist, um technisch bessere Fußballer aufzuhalten, war eine Enttäuschung, zu oft gar inexistent.
Es war folglich nicht weiter verwunderlich, dass der Cup-Hit flott entschieden war. Nach einem ersten, die SCR-Abwehr bloßstellenden Pass von Berisha sorgte Szoboszlai für das 1:0 (16.). Beim 2:0 (19.) war die Ausgangslage umgekehrt: der Ungar trat zum Freistoß an, Rapids Abwehr schlief erneut, Berisha musste den Ball nur noch über die Linie drücken. Beim 3:0 (Koita, 23.) befürchtete man früh ein Debakel.

Wieder kein Titel für Rapid

Jede Mannschaft in Österreich hat Probleme, wenn sie gegen den Seriensieger antreten muss. Bei Rapid war der Widerstand gegen diese Niederlage (trotz Elfer-Tores durch Fountas, 46.) früh erloschen, die Vision des ersten Cupsieges seit 1995 geplatzt. Alarmierend schwache Abwehrarbeit, schlampiges Stellungsspiel, viel zu wenig echte Ideen. Rapids zweiter Treffer (Ullmann, 79., herrlicher Weitschuss) war nur ein individuelles Highlight.

Ob Kühbauer seine Spieler (noch) erreicht? Auch WSG Tirol gewann zuletzt klar mit 3:0 oder gegen Molde lief man im Europacup in ein 2:2. Jetzt setzte es ein 2:6 (Daka, 74.; Camara, 83./Elfer; Kristensen, 86. ) gegen Salzburg. Diese Frage muss man sich in Hütteldorf stellen. Sind es System (gibt es denn eines?) und Taktik, ist die Qualität der Spieler schuld? Ist die Negativserie der Herbstsaison mit Europacup geschuldet? Wie reagiert jetzt Sportvorstand Zoran Barisić? Denn mit dem ernüchternden 2:6 ist es vor der Winterpause traurige Gewissheit, dass Rapid erneut eine Saison ohne Titel (letzte Meisterfeier: 2008) beenden wird. Vor allem, es kann nicht seit Jahren (letzter Sieg in Salzburg 2015) immer nur Lospech sein.

Abschieds-Gala von Szoboszlai

Das Cupspiel gegen Rapid war der Auftakt zur Abschiedstour des Ungarn Szoboszlai. Er ist er nächste Salzburg-Profi, um den halb Europa ein Wettbieten veranstaltet, weil er in Österreich (seit 2017) gelernt und sein Können in der Champions League zur Schau gestellt hat. Zumeist geht es seit 2012 in Richtung Leipzig, 17 Spieler sind diesen Weg schon gegangen – und der offensive Mittelfeldspieler soll zu Nummer 18 werden.

„Ich kann sagen, dass wir uns mit ihm beschäftigen“, lässt Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff rhetorisch tief blicken. Szoboszlai bestreitet am Sonntag gegen WAC sein letztes Salzburg-Spiel. Dann zieht er für 20 Millionen Euro Ablöse weiter.

Cup-Viertelfinale (Spieltermine 5. bis 7. Februar 2021):

Salzburg - Austria, LASK - Austria Klagenfurt (2. Liga), Sturm Graz - Vienna 1894 (4. Liga), Kapfenberger SV (2. Liga) - WAC.

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