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ÖFB-Cup

Rapid nach Cup-Aus: "Spieler glauben nicht mehr an ihre Qualitäten"

Dominik Szoboszlai trifft für Salzburg
Dominik Szoboszlai trifft für SalzburgGEPA pictures
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Die Hütteldorfer gingen beim Titelverteidiger mit 2:6 unter, erreichten in den jüngsten sechs Spielen nur einen Sieg. Trainer Kühbauer: „Wir haben nicht die mentale Stärke"

Gegen Salzburg ist für Rapid im Fußball-ÖFB-Cup kein Kraut gewachsen. Zum vierten Mal in den jüngsten fünf Auflagen mussten die Wiener dort gegen den Titelverteidiger frühzeitig die Segel streichen. Diesmal mit einer 2:6-Achtelfinal-Pleite in Wals-Siezenheim. Innerhalb weniger Tage wurde damit für Ercan Kara und Co. aus einer Dreifachbelastung eine volle Fokussierung auf die Liga. Die Salzburger tanzen hingegen weiter auf drei Hochzeiten, für sie läuft es wie geschmiert.

Nach der Rückeroberung der Liga-Tabellenspitze mit einem 3:1-Heimerfolg gegen den LASK am Sonntag konnten die "Bullen" am Mittwoch den nächsten Schlager gewinnen. "Unsere Mentalität war gut und ein großer Teil von unserem Erfolg", betonte Salzburg-Trainer Jesse Marsch. Dominik Szoboszlai (16.), Mergim Berisha (19.) und Sekou Koita (23.) sorgten mit drei Treffern innerhalb von sieben Minuten früh für die Vorentscheidung.

Rapid konnte nur kurz vor - wo das 1:3 durch einen Foul-Elfmeter von Taxiarchis Fountas (45.+1) gelang - und einige Zeit nach der Pause halbwegs mithalten. "Wir waren zu naiv am Ende der ersten Halbzeit, haben zu locker gespielt und Ärger bekommen. Aber ich kann heute nicht negativ sein, es war ein super Spiel von uns", hob der US-Amerikaner das Positive hervor. In der zweiten Hälfte gelang den Hausherren wieder ein Tripleschlag, diesmal fielen die Tore von Patson Daka (74.), Mohamed Camara (83./Elfmeter) und Rasmus Kristensen (88.) innerhalb von 14 Minuten.

Marsch: „Knapper als Ergebnis"

So kam der zweite Kantersieg in den jüngsten drei direkten Duellen zustande. Am 24. Juni hatte Salzburg in Wien in der Liga 7:2 gewonnen. "Beide Spiele waren viel knapper als die Ergebnisse", schilderte Marsch seine Sicht. Dazwischen hatte es in der laufenden Saison am 8. November ein 1:1 im Allianz Stadion gegeben. Von so einem Achtungserfolg war die Truppe von Coach Dietmar Kühbauer, für die auch Maximilian Ullmann (78.) via Weitschuss traf, weit entfernt. Nach dem Heim-2:2 gegen Molde samt Europa-League-Aus am Donnerstag und 0:3 gegen WSG Tirol in der Liga am Sonntag war es der dritte Rückschlag in einer Woche.

"Ich denke, wir sind gut gestartet und haben das Spiel bis zum ersten Tor gut unter Kontrolle gehabt, ohne Gefahr auszustrahlen. Dann haben ihnen sieben Minuten gereicht, da haben wir uns dermaßen schlecht verhalten", resümierte Kühbauer. Schon zuletzt gegen Tirol hatte man sich in der Defensive Nachlässigkeiten erlaubt. Das erste Gegentor war ein Wirkungstreffer. "Dann haben wir den Kopf verloren. Es ist sicher ein Teil Folge der langen Herbstsaison. Ich glaube, wir haben im Moment nicht mehr die mentale Stärke, die uns zuvor ausgezeichnet hat. Die Spieler machen sich im Moment zu viele Gedanken, wenn was passiert und glauben nicht mehr an ihre Qualitäten nach vorne", schilderte der Burgenländer seine Sicht.

Warten auf den Sieg

Salzburg machte man die Aufgabe viel zu leicht, auch Goalie Paul Gartler war diesmal nicht der erhoffte Rückhalt. "Salzburg ist verdient weitergekommen. Das liegt auch an uns. Wie leicht wir die Tore bekommen haben, in Salzburg kann man so nicht agieren, auch wenn es zweite Halbzeit teilweise nicht so schlecht war", sagte Kühbauer. Im Ligaspiel bei der Admira bietet sich die Möglichkeit das wankende Rapid-Schiff zum Jahresabschluss in eine positive Richtung zu steuern. Mit sieben Siegen und 24 Punkten aus zwölf Spielen würde man dann auch in der Tabelle gut dastehen. "Ein Sieg würde uns allen gut tun und du bleibst von den Punkten vorne dabei", ist sich Kühbauer bewusst.

Auf Salzburg fehlen dem Vierten vier Punkte. Die Mozartstädter empfangen einen Tag später den WAC und wollen den Winterkönig-Titel fixieren. Mit dabei könnte auch wieder Kapitän Andreas Ulmer sein, der wegen einer leichten Wadenblessur am Mittwoch fehlte. "Die Woche schaut gut aus, LASK geschlagen, Rapid geschlagen, jetzt noch den WAC, dann geht es in den wohlverdienten Urlaub", gab Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic die Marschroute vor. Auch Marsch sehnt die Pause herbei: "Es ist ein langes und intensives Jahr und eine komische Zeit. Das bringt ein bisschen mehr Stress. Die Pause ist daher sehr wichtig." Trotz Coronavirus-Pandemie dürfen die Kicker in alle Welt zu ihren Familien reisen.

(APA)