...über alternative Baumethoden oder intelligente Stadtplanung, umgesetzt wird jedoch erschreckend wenig. Egal, welche Wiener Neubauprojekte man sieht, überall entsteht konventioneller Betonbau. Es mag sein, dass diese im Bereich Energie und Haustechnik punkten, rund 8% des globalen CO2-Austoßes entstehen jedoch bei der Zementproduktion, der Rohstoff Sand wird knapp. Wann beginnen Bauwirtschaft und Immobilienbranche umzudenken, sich von zu viel Beton- und Stahlkonstruktionen zu lösen und kombinieren Baumaterialen? Stichwort Hybrid wie im HoHo Wien. Die Frage, warum Entwicklungen so zögerlich passieren, ist leicht zu beantworten: oft fehlen Visionen bzw. werden mutige Ideen nicht umgesetzt, weil sie kostenintensiv sind.
Dass die Nachfrage das Angebot bestimmt, ist nicht neu. Im Hochhausbau z.B. wird Holz die Ausnahme bleiben: Projekte der Superlative sind dazu da, um von diesen eine Norm für den breiten Markt abzuleiten – um künftig effizient und wettbewerbsfähig produzieren zu können. Die Nachfrage nach „grünen“ Gewerbeflächen ist aufgrund der höheren Mietkosten gering. So fehlt den Bauherrn der Anreiz sich neuen Ideen zu zuwenden, obwohl in der interdisziplinären Verschmelzung von „klassisch“&„ökologisch“ enormes Potential liegt.
Hinweis:
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