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Coronavirus

„Zeit nach Weihnachten entscheidend“

Differenziert blicken Wissenschafter auf die ersten Informationen zu einem neuerlichen Lockdown nach Weihnachten
Differenziert blicken Wissenschafter auf die ersten Informationen zu einem neuerlichen Lockdown nach Weihnachten, im Bild die Grippe in der Minoritenkirche.Clemens Fabry
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Experten raten zu regionalen Massentests je nach Fallzahlen.

Wien. Differenziert blicken Wissenschafter auf die ersten Informationen zu einem neuerlichen Lockdown nach Weihnachten. Jetzt den „Grinch“ zu spielen und Weihnachten quasi abzusagen, hat laut Peter Klimek vom Complexity Science Hub Vienna und der Medizinischen Universität Wien wenig Sinn: „Spielentscheidend ist, wie wir nach Weihnachten weitermachen.“ Dass es eine deutliche Reduktion des Infektionsgeschehens braucht, sei nun offenbar auch bei allen Entscheidungsträgern angekommen.

„Blindflug“ erwartet

Eva Schernhammer von der Med-Uni Wien und der Harvard Medical School hält Massentests „prinzipiell für gut – allerdings nur, wenn sie in eine sinnvolle Strategie eingebettet sind“. Der Sinn einer Massentestung mit gewissem Verpflichtungscharakter um den 16. Jänner sei jedoch fraglich, weil solche Maßnahmen am Ende eines Lockdowns weniger Aufschluss brächten. Es brauche wiederholt solche Aktionen, etwa in Regionen mit höheren Zahlen. „Ein einzelner Massentest bewirkt wahrscheinlich so gut wie gar nichts.“

Gerade über Weihnachten sei aber auch mit einem „Blindflug“ zu rechnen, so Klimek. Er erwartet im Jänner einen Punkt, „an dem wir immer weniger wissen, ob die uns gemeldeten Fallzahlen die tatsächliche epidemiologische Lage widerspiegeln“. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.12.2020)