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Hatte den richtigen Ton getroffen: Leopold Figl (1902 bis 1965).
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Geschichte

75 Jahre Zweite Republik: „Land der Erbsen, Land der Bohnen“

„Ein schönes Päckchen voll Sorgen“: Im Dezember 1945 konstituierten sich National- und Bundesrat in ihren ersten Sitzungen der Zweiten Republik. Leopold Figl wurde zum Bundeskanzler bestellt.

In wenigen Tagen feiern wir Weihnachten. Weihnachten ist für uns ein Hochfest der Familie. Es wird heuer leider kein Weihnachten sein, so wir es gerne haben möchten. Auf den Christbäumen, wenn wir solche haben, wird ein schönes Päckchen voll Sorgen hängen“, betonte Bundeskanzler Leopold Figl am Ende seiner Regierungserklärung am 21. Dezember 1945.

Der frisch gewählte Bundeskanzler hatte den richtigen Ton getroffen. Die Städte lagen in Trümmern, die Menschen hungerten, zur Zerstörung durch den Krieg kamen Übergriffe, Plünderungen, Einquartierungen von Besatzungssoldaten. Der Schwarzmarkt blühte, Städter machten Hamsterfahrten aufs Land, um Preziosen gegen Lebensmittel zu tauschen. Viele Schulen waren immer noch geschlossen, es fehlte an Schuhen, warmer Bekleidung, Heizmaterial. Lehrer waren gefallen, befanden sich in Kriegsgefangenschaft oder mussten erst entnazifiziert werden. Einmal pro Woche lieferten Schüler Aufgaben ab und erhielten neue. Homeschooling nach Kriegsende.