Weihnachtseinkäufe in Manchester.
Großbritannien

Weihnachten in Großbritannien: Der Fluch der Sehnsucht nach Behaglichkeit

Das Coronavirus hat eine Gesellschaft getroffen, die schon vor der Pandemie an ihrem Weg zweifelte. Nun wird auch noch der europäische Anker gelichtet. Weihnachten in Großbritannien.

Wenige Tage vor Weihnachten hat das Coronavirus den Briten einen Vorgeschmack geliefert, was ein harter Brexit bedeuten wird: Geschlossene Grenzen, Tausende Lastwagen im Stau und ernste Sorgen um die Grundversorgung. Verflogen sind jede weihnachtliche Besinnung und Ruhe, Panik und Angst greifen um sich. Das Virus breitet sich in seiner neuen Mutation nicht nur rasant aus. Es trifft eine Gesellschaft, die ihre epochale Entscheidung vom Juni 2016, nach 40 Jahren aus der EU auszutreten, weder „erledigt“ (wie es Premierminister Boris Johnson versprach) noch bewältigt hat.

Als sich Großbritannien nach dem Referendum im Winter 2016 auf Weihnachten einstimmte, war ein Begriff in aller Munde: „Hygge“, ein dänisches Wort für „Wohlbefinden“, „Behaglichkeit“ und „Geborgenheit“, wurde zum Maß aller Dinge erklärt. Ein warmes Zimmer mit Kerzenschein, selbst gestrickte Wollsocken und der Duft frischen Lebkuchens – die Sehnsucht nach dem Hygge-Idyll war kein Zufall. So knapp das Votum für den Brexit mit 52 zu 48 Prozent war, so einhellig wurde er als Ausdruck einer fundamentalen Spaltung der Gesellschaft verstanden: Arme gegen Reiche, Alte gegen Junge, Stadt gegen Land, Gebildete gegen Niedrigqualifizierte, Engländer gegen Schotten, Einheimische gegen Ausländer, jeder gegen jeden.

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