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Österreich

Dritter harter Lockdown beginnt, Zahl der Infektionen geht zurück

CORONA: ER�FFNUNG DES WIENER EISTRAUM
(c) APA (HANS PUNZ)
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In Österreich beginnt der dritte harte Lockdown. Ausgangs­beschränkungen gelten wieder rund um die Uhr. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden haben sich 1429 Menschen mit SARS-CoV-2 angesteckt.

Nach der kurzen Weihnachtspause treten am Stefanitag wieder strikte Corona-Maßnahmen in Kraft. Die Zahl der Neuinfektionen ist indes weiter zurückgegangen. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden haben sich laut Gesundheits- und Innenministerium 1429 Menschen mit SARS-CoV-2 angesteckt. Damit lag die Zahl sogar unter dem Sieben-Tages-Durchschnitt von 1896, was angesichts der Feiertage nicht überraschend ist. Bei 17.384 eingemeldeten Tests innerhalb eines Tages waren 8,2 Prozent positiv.

Innerhalb der vergangenen 24 Stunden sind 60 Menschen in Österreich an oder mit dem Coronavirus verstorben. Insgesamt überlebten 5843 Menschen die Folgen einer Infektion nicht. Der Sieben-Tages-Durchschnitt liegt noch bei 90,6 Toten.

Derzeit befinden sich 2455 mit einer Corona-Infektion im Spital, das ist ein Patient mehr als noch am Christtag. Auf den Intensivstationen des Landes lagen am Stefanitag 431 Patienten mit Covid-19, das sind um 22 mehr als noch tags zuvor. Am 25. November wurde der Höchstwert an Intensivpatienten gemessen, da mussten 709 intensivmedizinisch behandelt werden.

Seit Ausbruch der Pandemie haben sich 350.484 Menschen in Österreich mit SARS-CoV-2 angesteckt. 320.753 haben sich von einer Infektion wieder erholt. Derzeit laborieren 23.888 an einer Infektion (Stand: Stefanitag 9.30 Uhr), das sind 1230 weniger als noch am Christtag. Die Sieben-Tage-Inzidenz - Zahl der Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner - ging weiter zurück von 158,9 auf 149,1.

Die meisten Neuinfektionen wurden in den vergangenen 24 Stunden in Niederösterreich mit 334 gemessen, gefolgt von Wien mit 301, Oberösterreich mit 233, Salzburg mit 178, Steiermark mit 116, Tirol mit 91, Vorarlberg mit 65, Kärnten mit 59 und Burgenland mit 52 Neuansteckungen.

Dritter Lockdown beginnt

Ab 26. Dezember bis inklusive 17. Jänner sind Privat-Treffen nur noch eingeschränkt erlaubt. Mehrere Personen aus einem Haushalt dürfen bloß eine Person aus einem anderen treffen. Ausgangsbeschränkungen gelten wieder rund um die Uhr. Man darf nur aus bestimmten Gründen das Haus verlassen, etwa um zur Arbeit zu kommen, anderen zu helfen, einzukaufen, spazieren zu gehen, Tiere auszuführen oder Outdoor-Sport zu betreiben. Erneut wird der Handel sowie körpernahe Dienstleistungen wie etwa Friseure geschlossen. Nach dem 17. Jänner gibt es Lockerungen nur für jene, die sich davor auf das Corona-Virus getestet haben.

Gelten wird der neue Lockdown, der auch Sperren des Handels und die Schließung von Friseuren und sonstigen persönlichen Dienstleistern beinhaltet, de facto bis inklusive 17. Jänner. Danach ist die Wiedereröffnung des Handels aber auch des Kulturlebens und der Gastronomie zumindest untertags vorgesehen. In der ersten Woche kann von den Erleichterungen allerdings nur profitieren, wer sich davor (kostenlos) auf das Corona-Virus getestet haben wird. Entsprechende Verordnungen, die diese Regeln genauer definieren, sind freilich noch in Ausarbeitung.

Der Lockdown soll vor allem den im Herbst rasanten Anstieg weiter mindern. Am 13. November wurde noch ein Höchstwert von 9.586 Neuinfektionen registriert. Daraufhin haben auch die Zahlen der Hospitalisierten und der Verstorbenen stark zugenommen.

Dürfte Handel Milliarden kosten

Der dritte Corona-Lockdown wird die heimische Handelsbranche erneut Milliarden an Umsatz kosten. Handelsforscher von der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) erwarten Umsatzverluste von knapp 1,9 Milliarden Euro brutto. Zwischen 18. Jänner und 24. Jänner müssen Kunden dann einen negativen Corona-Test für den Besuch von Geschäften vorweisen können.

Der erste Lockdown verursachte laut den JKU-Handelsforschern einen Umsatzverlust im Handel von 3,8 Mrd. Euro und die zweite Zwangspause kostete 2,2 Milliarden Euro an Erlösen. Damit wird der heimische Handel mit den drei Lockdowns laut Schätzungen knapp 8 Milliarden Euro an Umsatz verloren haben. Der Handelsverband erwartet Erlösverluste von sogar 10 Milliarden Euro. "Die drei harten Lockdowns haben den Handel in Mark und Bein getroffen", sagte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Für das neue Jahr wünscht sich Will "mehr Planungssicherheit" von der Regierung.

“Gewöhnt den Menschen Gang zum Geschäft ab“

Kritisch sieht der Handelsverband die Corona-Massentests im Jänner als Vorbedingung für Lockerungen. Personen mit einem negativen Testergebnis dürfen ab 18. Jänner alle Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe sowie Gastronomie und Hotels besuchen, ohne Test muss man eine Woche länger bis 25. Jänner warten. "Man gewöhnt den Menschen durch 'Freitesten' den Gang zum Geschäft ab", so Will. Bei einer aktuellen Umfrage wollten sich 42 Prozent der Befragten "freitesten" lassen: Damit würde der dritte Corona-Lockdown für den Handel - mit Ausnahme der Supermärkte, Apotheken und Trafiken - fast ein Monat lang dauern, kritisierte der Handelsverband-Geschäftsführer.

Wegen des dritten Corona-Lockdowns müssen im Handel, bei Friseuren und anderen körpernahen Dienstleistungen wie Kosmetikern, Masseuren oder Nagelstudios die Rollläden ab morgen, 26. Dezember, bis inklusive 17. Jänner herunten bleiben. Wie schon im Frühling und Mitte November bis Anfang Dezember dürfen nur wenige Geschäfte zwischen 6 und 19 Uhr offen haben, darunter Supermärkte, Drogerieketten oder Trafiken. Elektro-, Mode- und Schuhhändler, Möbelhäuser und Sportgeschäfte schließen hingegen.

Vorbestellung und Abholung erlaubt

Weiter offen haben dürfen hingegen Kundenbereiche von nicht körpernahen Dienstleistungsbetrieben (zum Beispiel Banken, Kfz- und Fahrrad -Werkstätten, Versicherungen, Putzereien, Schneidereien). Auch der gesamte Lebensmittelhandel sowie der Gesundheitsbereich (neben den Apotheken etwa auch der Medizinprodukteverkauf) kann weiterhin geöffnet bleiben. Erstmals im Corona-Lockdown ist die digitale sowie telefonische Vorbestellung und Abholung von Waren in allen Geschäften erlaubt.

 

(APA)