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Freytag und Berndt: Ein Kartenhaus wird 250

Einer der renommiertesten kartografischen Verlage feiert Jubiläum: Freytag und Berndt erweitert sein digitales Angebot.

Wien. Für ein derart traditionsreiches Unternehmen ist der Firmensitz seltsam unspektakulär: In einem eher schmucklosen grauen Industriegebäude in Wien Liesing ist der kartografische Verlag Freytag & Berndt untergebracht.

Von der langen Geschichte – der Verlag feiert heuer sein 250-Jahr-Jubiläum und ist damit einer der ältesten und renommiertesten kartografischen Verlage der Welt – spürt man hier auf den ersten Blick wenig. Früher wurden hier die Straßen- und Wanderkarten im charakteristischen rot-grünen Gewand gedruckt. Mittlerweile ist die Druckerei – samt einer einzigartigen Falzmaschine, die die (Wander-)Karten in bewährter Form faltet – nach Wolkersdorf umgesiedelt. Heute arbeiten in Liesing die rund 60 Mitarbeiter des österreichischen Standorts – insgesamt beschäftigt der Verlag von Tschechien bis Spanien rund 160 Menschen.

Ein bisschen Geschichte gibt es hier aber doch zu sehen. Wie die älteste noch erhaltene Wien-Karte, die der Verlag angefertigt hat, aus dem Jahr 1791. „Auf Befehl“ Kaiser Josephs II. hatte der Kartograf Sebastian Mansfeld diesen, wie links oben auf der Karte zu lesen ist, „genauen und schönen Plan von Wien“ angefertigt. Mit einem Stadtplan im heutigen Verständnis hat die Schraffenzeichnung freilich wenig zu tun. Vielmehr dienten Stadtkarten wie diese in den frühen Jahren – und später während der beiden Weltkriege – militärischen Zwecken und wurden von staatlichen Einrichtungen in Auftrag gegeben. Die Kartografie war in den Anfangsjahren auch nur einer von drei Bereichen, denen sich die Mitarbeiter des Verlags Artaria widmeten, den Carlo Artaria 1770, vor 250 Jahren also, auf der heutigen Tuchlauben gründete. Auch der Handel mit Musikalien – unter anderen wurden Noten von Beethoven und Bach vertrieben – und der Kunsthandel waren Standbeine.

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