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Morgenglosse

Die Blockwart-Mentalität im Lockdown

Andrang beim Skilift
Andrang beim Skiliftimago images/Future Image
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Warteschlangen vor Skiliften fotografieren und auf Social Media posten - was kommt als nächstes?

WTF! Auf sozialen Medien gehört dieses Akronym zu den am häufigsten verwendeten Wortspenden. Und auch die Geisteshaltung, die sich dahinter versteckt, ist mit "what the fuck" - dafür steht die Buchstabenkombination nämlich - recht gut beschrieben. Es geht vor allem darum, sich über etwas aufzuregen.

So manches Mal mag sich dahinter auch tatsächlich ein berechtigtes Anliegen verstecken. Doch eigentlich ist die emotionalisierte Empörung quasi die Grundeinstellung auf Diensten wie Twitter & Co. Zuletzt häufig gesehen in Verbindung mit Bildern von Menschen beim Skifahren. Im Lockdown noch dazu - und manchmal auch noch mit recht wenig Abstand beim Anstellen am Lift.

Und ja. Darüber kann man reden. Ob man jetzt wirklich unbedingt Skifahren gehen muss. (Warum nicht?) Ob die Betreiber der Skigebiete ausreichende Sicherheitskonzepte haben. (Einige wohl nicht.) Und ob, wie es die Wintertourismuswirtschaft im Westen Österreichs gerne macht, wirklich Seilbahnen mit U-Bahnen vergleichen sollte. (Eher nein.)

Aber das Fotografieren von Warteschlangen vor Liften und das WTFen darunter scheint bei vielen eher dazu gedacht, ein Gefühl von moralischer Überlegenheit zu zeigen. Und quasi in Blockwart-Manier und mit erhobenem Zeigefinger vor allem einmal den anderen die Schuld zu geben. Und was kommt als nächstes? Den Nachbarn zu Silvester in die Fenster fotografieren, wenn mehr als nur ein Besucher am Esstisch sitzt? WTF!