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Billiges Geld: EZB lässt Leitzins gleich

Billiges Geld laesst Leitzins
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Der Leitzins im Euro-Raum bleibt auf einem Rekordtief von einem Prozent, das wird sich voraussichtlich nicht bis 2011 ändern. Die Wachstumsprognose wird angehoben.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt ihre Politik des billigen Geldes fort. Der Leitzins im Euro-Raum bleibt auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent. Das entschied der EZB-Rat bei seiner Sitzung am Donnerstag in Frankfurt. Der wichtigste Zins zur Versorgung der Banken mit Zentralbankgeld verharrt seit Mai 2009 auf diesem Niveau.

Mit einem Zinsschritt nach oben rechnen Volkswirte frühestens 2011. Gegen höhere Zinsen sprechen die unsicheren wirtschaftlichen Aussichten und die auf absehbare Zeit niedrige Inflation. Unter Ökonomen gilt das zuletzt rasante Wachstum der Konjunktur vor allem in Deutschland als Ausreißer nach oben, allgemein wird in den nächsten Monaten wieder ein moderateres Wachstum erwartet. Höhere Zinsen würden Kredite verteuern und könnten daher Gift für die Erholung der Konjunktur sein.

Wachstumsprognose angehoben

Die EZB hat außerdem die Prognose für Wachstum und Inflation erhöht. Die Wirtschaft in der Eurozone dürfte 2010 im Durchschnitt um 1,6 Prozent wachsen, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag in Frankfurt. Im Juni war die Notenbank noch von einem deutlich geringeren Plus von 1,0 Prozent ausgegangen. Für 2011 rechnet die EZB nun mit einem Wachstum von 1,4 Prozent. Bisher waren 1,2 Prozent veranschlagt worden.

Die Inflationsrate wird nach Einschätzung der EZB im laufenden Jahr bei 1,6 Prozent liegen. Im Juni war sie noch von 1,5 Prozent ausgegangen. 2011 dürfte die Teuerung dann leicht auf 1,7 Prozent steigen. Hier waren bisher 1,6 Prozent genannt worden.

Die Projektionen der EZB werden vom Mitarbeiterstab erstellt und dienen dem geldpolitischen Rat als Entscheidungshilfe. Die EZB gibt ihre Wachstums- und Inflationsprojektionen jeweils in Bandbreiten an. Preisstabilität herrscht laut EZB mittelfristig bei einer Inflationsrate von knapp zwei Prozent.

(APA)