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Historiker: "Simon Wiesenthal war Mossad-Agent"

Historiker Simon Wiesenthal MossadAgent
Simon Wiesenthal(c) EPA (Dsk)
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Der "Nazi-Jäger" Simon Wiesenthal soll zehn Jahre lang bezahlter Mossad-Agent gewesen sein. Das behauptet der israelische Historiker Tom Segev in seinem neuen Buch.

Der 2005 verstorbene "Nazi-Jäger" Simon Wiesenthal soll ein Agent des israelischen Geheimdienstes Mossad gewesen sein. Das schreibt der renommierte israelische Historiker Tom Segev in seinem neuen Buch, wie die israelische Tageszeitung "Haaretz" am Donnerstag berichtete. Das Buch "Nazi-Opfer, Nazi-Jäger: Das Leben des Simon Wiesenthal" wird in Österreich am 15. September präsentiert.

Demnach soll Wiesenthal bei seiner Jagd nach Verbrechern des nationalsozialistischen Regimes nicht immer allein gehandelt haben. Zehn Jahre lang sei er bezahlter Mossad-Agent gewesen. Er habe 300 Dollar Monatslohn bekommen. Der Geheimdienst bezahlte im Jahr 1960 auch die Einrichtung seines kleinen Büros in Wien, schreibt "Haaretz". Zudem habe Wiesenthal einen israelischen Pass bekommen, obwohl er kein israelischer Staatsbürger war.

Unter Wiesenthals Mitwirkung soll es bereits 1948 einen Versuch gegeben haben, Adolf Eichmann in Österreich zu fangen. Drei Mossad-Agenten und auch die österreichischen Sicherheitsbehörden sollen an der Aktion gegen den Ex-SS-"Obersturmbannführer" beteiligt gewesen. Sie hätten Eichmann in Altaussee aufgelauert, wo seine Frau und seine Kinder damals lebten. Doch entgegen aller Erwartungen sei Eichmann zu Weihnachten nicht auf Besuch gekommen. Eichmann wurde schließlich erst 12 Jahre später aus Argentinien entführt und nach einem Prozess in Israel hingerichtet.

Kreisky soll Wiesenthal bespitzelt haben lassen

Interessante Details soll das Buch auch zu Wiesenthals Konflikt mit dem ehemaligen SPÖ-Bundeskanzler Bruno Kreisky liefern. Kreisky habe Wiesenthal intensiv bespitzeln lassen.

Der 1908 in Galizien geborene Altösterreicher Wiesenthal hat fünf Konzentrationslager überlebt. Er starb im Alter von 96 Jahren in Wien und wurde in Israel begraben.

 

(APA)