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Streamingtipps

Diese Filme machen das Glas halb voll

Die Realität schert sich nicht um Jahreszahlen. Trotzdem hoffen wir, das 2021 alles besser wird. Wer eine Optimismusspritze fürs neue Jahr sucht, wird in Filmen und Serien fündig: fünf Lektionen in Zuversicht.

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Unbreakable Kimmy Schmidt

Vier Staffeln + ein Film (2020)
Zu sehen auf Netflix

Das mit dem Optimismus ist so eine Sache. Lasst die Finger davon, sagen die einen: Wunschdenken fördert nur Frustration. Wer nichts erwartet, kann auch nicht enttäuscht werden. Da ist was dran. Aber hegen wir nicht alle Erwartungen? Zumindest ein bisschen? Ganz ohne Grundvertrauen in die Zukunft macht die Gegenwart wenig her. Und eine optimistische Einstellung bedeutet ja nicht, dass man Negatives verdrängt, wie es fragwürdige Selbsthilferatgeber vorschreiben. Sondern nur, dass man nicht über jede Widrigkeit die ganze Welt in Zweifel zieht. Was schwer genug sein kann. Zumal in Zeiten, die sich anfühlen wie eine einzige weltgewordene Widrigkeit.

Da tun gute Vorbilder not. Etwa Kimmy Schmidt (Ellie Kemper). Die 29-Jährige hat es nicht leicht: Als Mädchen wurde sie von einem narrischen Sektenguru entführt. Und wuchs in einem Bunker auf – im Glauben, dass draußen die Apokalypse gewütet hatte. Gerettet und in den bissigen New Yorker Alltag gespuckt muss sie sich in einer für sie unbekannten Wirklichkeit zurechtfinden. Und hat nichts in der Tasche außer ihren unbeugsamen Optimismus. Beharrlich stemmt sie sich gegen Entmutigung. Und muss lernen, Unabänderliches hinzunehmen. Kein Pappenstiel. Aber ein Heidenspaß!

Forrest Gump

Von Robert Zemeckis, 1994
Zu sehen auf Amazon

Forrest Gump: Ikone des positiven Denkens. Wie war das nochmal mit der Schachtel Pralinen, die dem Leben gleicht? Man weiß nie, was man kriegt – aber immerhin eine Schachtel Pralinen! Ins Popkulturgedächtnis hat sich der unverwüstliche Einfaltspinsel dank Tom Hanks' sympathischer Darstellung und Robert Zemeckis' virtuoser Inszenierung als Sinnbild existenziellen Gleichmuts eingeschrieben. Gump läuft unbekümmert und frei, an Höhen und Tiefen vorbei, immer der Sonne entgegen. Und wirft als geistig gemäßigter, antipolitischer US-Candide – ein Spielball der Geschichte, der stets alles nimmt, wie es kommt – die hintersinnige Frage auf: Muss man ein Dummkopf sein, um hienieden Glück zu finden?

Tomorrowland (A World Beyond)

Von Brad Bird, 2015
Zu sehen auf Disney+

Kürzlich spielte George Clooney in seinem dystopischen Weihnachtsfilm „The Midnight Sky“ einen mürrischen Sauertopf ohne Zukunftsglauben. Das erinnerte an seine Figur in Brad Birds strittigem, aber unterschätztem Sci-Fi-Abenteuer „Tomorrowland“ – der seltene Versuch Hollywoods, eine Art Utopie zu entwerfen, statt Städte zum spektakulären Einsturz zu bringen. Der enthusiastische Tatendrang eines forschen, lösungsorientierten Teenie-Genies (Britt Robertson) ist hier der Schlüssel zu einer besseren Welt. Er hievt den „Doomer“ Frank (Clooney) aus der tristen Lethargie. Über die Exzellenzcluster-Visionen des Streifens lässt sich streiten. Aber als Moralheber eignet er sich ganz gut.

Spongebob Schwammkopf

13 Staffeln, teilweise zu sehen auf Amazon und Sky
Drei Filme, zu sehen auf Netflix

Immerzu gut gelaunt, durch nichts unterzukriegen, stets auf der Sonnenseite unterwegs – und all das in einer Ananas unter dem Meer! Wie kann man diesen Schwammkopf nicht ins Herz schließen? Stephen Hillenburgs quadratische Cartoonfigur begeistert Jung und Alt bis heute, weil sie aus jeder Not eine Tugend macht, in jeder Situation das Beste sieht und an (fast) allem Gefallen findet. Gleichzeitig würde die Serie (und ihre Langfilm-Ableger) nicht annähernd so gut ohne die Kontrastfolie des dauerverdrossenen Tintenfischs Thaddäus funktionieren, der auch Hardcore-Pessimisten eine Andockstelle bietet. Ein mustergültig manisch-depressives Gegensatzpaar – bei dem im Regelfall doch der Frohsinn obsiegt.

Die Verurteilten (The Shawnshank Redemption)

Von Frank Darabont, 1994
Zu sehen auf Netflix

Das Gebot unserer Stunde scheint zu sein: Abwarten, durchhalten, dann wird es besser. Es war schon die Rede vom „Licht am Ende des Tunnels“. Dann hieß es wieder: Luken dicht. Jetzt harren wir neuerlich der erhofften Erlösung, die uns 2021 in Impfform bescheren soll. Doch die Ungewissheit sitzt den Leuten weiterhin im Nacken. Wie lange noch? Andy Dufresne (Tim Robbins) wartete 19 Jahre. Dann war die Fluchtroute fertig gehämmert, der Weg nach draußen frei.

Oft fragen sich Cineasten, warum sich „The Shawnshank Redemption“ beharrlich an der Bestenlistenspitze der beliebten Online-Filmdatenbank IMDb hält. Kritiker Anton Dolin hat unlängst eine plausible Theorie formuliert: Die Menschheitsgeschichte ist nicht zuletzt eine Geschichte des Kampfes gegen Unfreiheit. Und „Die Verurteilten“ bietet eine der verlockendsten Befreiungsfantasien des Kinos. Die Hauptfigur wird unschuldig inhaftiert, unablässig sekkiert – doch schiere Ausdauer und Verbissenheit bringen ihr letztlich Gerechtigkeit, allen Widerständen und Wahrscheinlichkeiten zum Trotz. Die Botschaft: Nur Geduld! Alles wird gut. Ein Traum? Vielleicht. Aber manchmal sind Träume alles, was man hat.

 

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