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Konflikte

Iran erreicht umstrittene Urananreicherung auf 20 Prozent

Der Iran hatte am Montag mitgeteilt, mit der umstrittenen Erhöhung seiner Urananreicherung auf 20 Prozent in der Atomanlage Fordo südlich der Hauptstadt Teheran begonnen zu haben.
Der Iran hatte am Montag mitgeteilt, mit der umstrittenen Erhöhung seiner Urananreicherung auf 20 Prozent in der Atomanlage Fordo südlich der Hauptstadt Teheran begonnen zu haben.APA/AFP/Atomic Energy Organizati
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Die USA sprechen von einer "nukleare Erpressung“ des Iran. Die IAEA sieht vorerst weiterhin nur zu.

Der Iran hat nach eigenen Angaben trotz internationaler Kritik die angekündigte Anreicherung von Uran auf 20 Prozent erreicht. Die Schwelle sei am Montagabend (Ortszeit) und damit wenige Stunden nach Beginn der Anreicherung erreicht worden, sagte der Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde. Die Produktion sollte seither "vollständig stabil" bleiben, betonte er. Die USA schäumen und sprechen von einer "nuklearen Erpressung".

Der Schritt stellt einen klaren Verstoß gegen das internationale Atomabkommen dar. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte am Montag bereits mitgeteilt, dass der Iran mit der Urananreicherung auf 20 Prozent begonnen habe.

Der Anreicherungsprozess war nach iranischen Regierungsangaben am Montag in der unterirdischen Atomanlage Fordo rund 180 Kilometer südlich von Teheran in Gang gesetzt worden. Das iranische Parlament hatte zuvor ein Gesetz verabschiedet, das die Produktion und Lagerung von "mindestens 120 Kilogramm 20-prozentig angereichertem Uran pro Jahr" vorsieht. Ende Dezember hatte Teheran der IAEA seine Absicht mitgeteilt, Uran auf 20 Prozent anzureichern. Die Atombehörde erklärte, dass sie Aktivitäten in Fordo beobachtet habe und die Mitgliedsstaaten der Organisation zeitnah darüber informieren werde.

Kritik aus den USA, EU pocht auf neues Abkommen

Die US-Regierung reagierte mit scharfer Kritik auf die Erhöhung der Anreicherung. "Dass der Iran in Fordo Uran auf 20 Prozent anreichert, ist ein klarer Versuch, seine Kampagne der nuklearen Erpressung zu verstärken - ein Versuch, der weiterhin scheitern wird", teilte eine Sprecherin des Außenministeriums in Washington am Montag mit.

Die EU will unterdessen an dem internationalen Atomabkommen festhalten. Trotz dieses "bedauernswerten" Schrittes seien "wichtige Elemente" des Vertrages weiterhin in Kraft, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Dienstes der EU am Dienstag in Brüssel. "Wir werden unsere Anstrengungen verdoppeln, um das Abkommen zu erhalten und zu seiner vollständigen Umsetzung durch alle Parteien zurückzukehren."

Der Schritt stellt einen klaren Verstoß gegen das internationale Atomabkommen dar, das einen Grenzwert von 3,67 Prozent vorsieht. "Wir nehmen (das) mit großer Sorge zur Kenntnis", sagte der EU-Sprecher. Ein Abweichen vom Atomabkommen werde "ernsthafte Folgen" für die angestrebte nukleare Nichtverbreitung haben. Dennoch würden "die strengen Kontroll- und Transparenzvorgaben" weiterhin eingehalten.

IAEA darf kontrollieren

Laut einem im November veröffentlichten IAEA-Bericht hatte Teheran zuletzt Uran auf einen Wert angereichert, der über dem Grenzwert des internationalen Atomabkommens von 3,67 Prozent liegt, aber nicht die Grenze von 4,5 Prozent überschritt. Außerdem erlaubte das Land die in dem Abkommen vorgesehenen sehr strengen Kontrollen der IAEA.

Das internationale Atomabkommen von 2015 soll sicherstellen, dass der Iran nicht die Fähigkeiten zum Bau einer Atombombe erlangt. US-Präsident Donald Trump hatte die von ihm als unzulänglich betrachtete Vereinbarung jedoch im Mai 2018 einseitig aufgekündigt und danach neue Sanktionen gegen Teheran in Kraft setzen lassen. Seitdem hat sich auch der Iran schrittweise aus dem Abkommen zurückgezogen.

(APA/dpa/AFP)