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Tourismus

Eintrittstests sollen Semesterferien retten

Erst testen, dann urlauben. Statt des Lockdowns soll es Eintrittstests bei Hotels oder Restaurants geben.
Erst testen, dann urlauben. Statt des Lockdowns soll es Eintrittstests bei Hotels oder Restaurants geben.(c) Halada / picturedesk.com
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Die Wirtschaft fordert ein Umdenken in der Corona-Politik: Statt Lockdowns soll es Eintrittstests geben.

Wien. Die Weihnachtsferien sind für die heimische Tourismuswirtschaft bereits mit einem Totalausfall vorübergegangen. Und auch für die Semesterferien wird die Lage zunehmend kritisch. So wird der heimische Lockdown jedenfalls bis zum 24. Jänner dauern. Im für die österreichischen Tourismusbetriebe wichtigen Gäste-Herkunftsland Deutschland wurde er aufgrund der nach wie vor zu hohen Infektionszahlen jedoch bereits bis 31. Jänner verlängert. Käme ein ähnlicher Schritt auch in Österreich, würden damit bereits die Semesterferien von Wien und Niederösterreich „angeknabbert“ und ein Skiurlaub in Westösterreich wahrscheinlich nicht mehr sinnvoll möglich werden.

Um das zu verhindern, werden nun die Rufe aus der Wirtschaft lauter, die eine Änderung bei der Corona-Politik fordern. Statt mittels Lockdown alles zu schließen, sollen die Infektionen via Gaststätten, Hotels oder bei Veranstaltungen verhindert werden, indem nur jene Personen Zutritt bekommen, die einen negativen Coronatest vorweisen können. „Solche Eintrittstests wären eine sinnvolle Maßnahme, um direkte Ansteckungen zu verhindern“, sagt dazu Wirtschaftskammer-Generalsekretär Karlheinz Kopf.

Der negative Test wäre eine Art „zweite Eintrittskarte“, die vorgezeigt werden müsse „jedes Mal, wenn Einrichtungen betreten werden, die derzeit geschlossen sind“. Ähnlich sieht das die Präsidentin der Hoteliersvereinigung, Michaela Reitterer: „Wer gesund ist, wer niemanden infizieren kann, muss arbeiten und sicheren Urlaub machen können.“

Die Semesterferien wären demnach dann wahrscheinlich der erste Lackmustest für diese Teststrategie. Denn im Februar geht es für die heimische Tourismuswirtschaft um sehr viel. So zeigen Zahlen der Nationalbank über das Zahlungsverhalten von Gästen in Beherbergungsbetrieben, dass von den fünf stärksten Wochen des Jahres drei im Februar liegen. Die anderen beiden sind jene rund um Weihnachten und Silvester.

 

Wie alt darf ein Test sein?

Notwendig sein solle das geforderte Eintrittstesten, bis die Impfung dafür gesorgt hat, dass die Pandemie in Österreich weitgehend gestoppt ist – also wahrscheinlich mehrere Monate. Und auch einige technische Frage sind noch offen. Die wichtigste darunter: Wie alt darf ein Test sein? In der bisherigen öffentlichen Diskussion wurden Zeiträume von zwei bis sieben Tagen genannt. Laut Experten gibt ein Antigentest jedoch nur für etwa 24 Stunden eine valide Aussagekraft.

Noch nicht ganz klar ist zudem, inwieweit das Eintrittstesten auch für Geschäfte gelten solle. Laut Handelsverband-Chef Rainer Will ist man für die Tests – allerdings nur bei Einrichtungen mit längerer Verweildauer. Da die Einkaufsdauer im Schnitt jedoch nur 13 Minuten betrage, würde dies auf den Handel nicht zutreffen.

Um die flächendeckenden Testungen für die Bevölkerung möglichst einfach zu machen, will die Wirtschaftskammer Unternehmen dazu animieren, vor Ort Tests anzubieten. Ein Viertel aller Betriebe mit über 50 Mitarbeitern könnte sich schlussendlich daran beteiligen, schätzt man. Dadurch könnten rund 500.000 Beschäftigte den regelmäßigen Test einfach und schnell während ihrer Arbeitszeit durchführen lassen. Allerdings müsste der Staat dann den Firmen die Kosten für die Tests ersetzen, so die Forderung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.01.2021)