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Exil in Disneyworld

„The Donald“ müsste sich nicht einmal eigens kostümieren
„The Donald“ müsste sich nicht einmal eigens kostümieren(c) imago images/Imaginechina-Tuchong (via www.imago-images.de)
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Die Schotten waren in Aufruhr, und bald hätten sie Fußtruppen aus den Highlands à la Braveheart in Marsch gesetzt, um den unwillkommenen Gast aus der Neuen Welt in Empfang zu nehmen und prompt von der Insel zu jagen.

Sie hatten Wind davon bekommen, dass sich für den 19. Jänner ein Flugzeug aus Washington zur Landung angesagt hatte. Bei dem prominenten Passagier handelte es sich gerüchteweise um Donald Trump, der der Angelobung Joe Bidens anderntags keineswegs in Washington beiwohnen will – und nicht einmal sonst irgendwo auf amerikanischem Boden.

Seinen Frust wollte er sich in seinem Golfklub Turnberry nahe Glasgow von der Seele schlagen. Da rückte Nicola Sturgeon aus, die rebellische und resolute First Minister des abtrünnigen Landesteils im gespaltenen Königreich, um den Sohn einer schottischstämmigen Mutter in die Schranken zu weisen und an die strikte Corona-Quarantäne zu erinnern. Keine Ausnahme, für niemanden.

Wohin ins Exil? Bei Brieffreund Kim in Nordkorea oder arabischen Scheichs würde sich sicher ein Plätzchen finden. Aber warum in die Ferne schweifen? Wo sich doch in der Wahlheimat Florida ein Paradies darbietet und in Disneyworld seine Verwandtschaft residiert: der Duck-Clan um Donald, Daisy und Dagobert. „The Donald“ müsste sich nicht einmal eigens kostümieren. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.01.2021)