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Soll als Begegnungsraum und Kontur der historischen Stadt gestärkt werden: der Promenadenring in Sankt Pölten.
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Architektur

Aufbruchstimmung – Sankt Pölten gibt den Ton an

Offene Kommunikation, Bürgerbeteiligung, transparente Wettbewerbe, pfleglicher Umgang mit der Substanz: Die Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas blieb zwar erfolglos, verhalf der niederösterreichischen Hauptstadt aber zu einer neuen Planungskultur.

Nachhaltig verfestigte sich das Bild der farblosen Provinzstadt – vor allem in den Köpfen jener, die Sankt Pölten nicht kennen. Als attraktive Stadt mit Potenzial wurde Sankt Pölten trotz zunehmend dynamischer Entwicklung und einer lebendigen Kulturszene von außen kaum wahrgenommen; auch die Innensicht war eine nur mäßig stolze. Hier das Regierungsviertel und der Kulturbezirk des schwarzen Landes, da die rote Arbeiter-, Kultur-, Bildungs- und Barockstadt. Ineinander verquickte und doch einander fremde Universen, die nicht so recht zusammenwachsen wollen, weder mental noch stadträumlich. Als „Ehefrau, die immer fleißig, geduldig, fruchtbar und vernünftig war, für Make-up blieb keine Zeit“, beschrieb der Schriftsteller Alfred Komarek Sankt Pölten vor zehn Jahren zum 25-Jahr-Jubiläum als Hauptstadt Niederösterreichs. Im Zuge der in partnerschaftlicher Allianz von Stadt und Land betriebenen Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2024 wurde Beziehungsarbeit geleistet. Nie wirkte die Stadt jünger und selbstbewusster als in dieser Phase, in der in Bürgerforen und Arbeitskreisen an der Zukunft gearbeitet wurde. Als im November 2019 der Kulturhauptstadttitel an die Kaiserstadt Bad Ischl ging, trat in der Sankt Pöltner Aufbruchsstimmung Plan B in Kraft: die Umsetzung der Kernprojekte der Bewerbung. Für eines davon, das KinderKunstLabor, wird Ende Jänner der Architekturwettbewerb entschieden sein, und vor Weihnachten 2020 nahm endlich der vehement eingeforderte Gestaltungsbeirat seine Arbeit auf.