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Mentoring

Begegnungszone und Karriereturbo

Ein Mentor begleitet seinen Mentee auf dem Karriereweg, vermittelt Kontakte und kann auch konkreten Rat geben.
Ein Mentor begleitet seinen Mentee auf dem Karriereweg, vermittelt Kontakte und kann auch konkreten Rat geben.Getty Images
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Nicht nur in herausfordernden Zeiten vertrauen viele auf einen Mentor. Wie dieser seine Erfahrung am besten in Unterstützung ummünzt, vermitteln Seminare und Lehrgänge.

Im Unternehmenskontext ist ein Mentor ein Begleiter von neuen Mitarbeitern, der unterstützt, anleitet, vorlebt, lehrt und coacht“, erklärt Peter Martinetz, Geschäftsführer der Horizont Personal-, Team- und Organisationsentwicklung. Das Unternehmen bietet Mentoring-Know-how in zweierlei Form an. In einem halbtägigen Seminar lernt man das Mentoren-Coaching und wird dabei auf die Aufgabe als Begleiter vorbereitet. Es konzentriert sich auf die kompakte und praxisnahe Vermittlung der wichtigsten Coaching-Kernkompetenzen. Das zeigt: Mentoring und Coaching sind zwei Paar Schuhe. „Der Coach führt den Coachee, ohne Lösungen konkret vorzugeben. Der Mentor hat einen weitaus breiteren Zugang zur Unterstützung seiner Mentees. Der Mentor rät dem Mentee auch mal konkrete Lösungsansätze und begleitet oft längerfristiger als ein Coach“, sagt Martinetz. In einem längeren Workshop über zwei Tage werden Interessenten mit konkreten Themen vertraut gemacht, beispielsweise der Lösungsorientierung als Technik, dem Controlling von Lernzielen oder Verantwortung versus Selbstverantwortung.

Am BIC Bildungscenter kann man sich ebenfalls auf zwei Ebenen in das Mentoring einführen lassen. Einerseits bildet das Institut zertifizierte Mentoren in einem rund achtmonatigen Lehrgang aus. Diese „kleine Ausbildung“ dauert mindestens drei Tage und umfasst Einzelcoachings und den Nachweis einer Betreuung.

Hoffnungen aufzeigen

Ein Mentor sei im Grunde jemand, der dabei hilft, die Hoffnung in sich zu entdecken, sagt BIC-Geschäftsführerin Bettina Stein-Geba: „Mentoring ist keine Einbahnstraße vom Mentor zum Mentee, Mentoring ist eine Begegnungszone, wo aus eins plus eins mehr als zwei wird und gemeinsam auch die eine oder andere Karriere-Schnellstraße gebaut wird.“ Gute Mentoren könnten die Mentees aktiv in die eigenen Netzwerke einbinden und ihnen neue Kontakte und Inputs ermöglichen. Der Lehrgang zum zertifizierten Mentor und Fachcoach besteht aus vier Modulen, die jeweils aus Präsenzphasen und Selbststudium bestehen. Alle zwei Monate trifft man sich von Angesicht zu Angesicht, dazwischen passiert Fernlernen in Form von Peergroup-Treffen und Telefoncoaching. Die dritte Säule des Lehrgangs ist die Betreuung eines Mentees. Die mindestens zehn Stunden müssen protokolliert werden, außerdem sind Supervisionseinheiten obligatorisch. „Mentoring wird in sehr vielen Bereichen erfolgreich eingesetzt, da es das individuellste Personal- und Persönlichkeitsentwicklungstool ist, das es unserer Meinung nach gibt“, sagt Stein-Geba. Das Angebot nehmen nicht nur Führungskräfte wahr, die ihre Coaching- und Mentoring-Skills vertiefen wollen, sondern auch Experten, die ihr Erfahrungswissen an jüngere Mitarbeiter weitergeben möchten.

Besonders verbreitet ist Mentoring im pädagogischen Bereich, in dem es auch zahlreiche einschlägige Ausbildungsmöglichkeiten gibt. Beispielsweise an der Pädagogischen Hochschule Steiermark, mit dem Lehrgang „Mentoring und Coaching“. Absolventen können Studierende der Lehramtsstudien begleiten sowie sie beim Berufseinstieg unterstützen. Der Lehrgang dauert zwei Semester und vermittelt E-Coaching, E-Portfolios und Entwicklungsportfolios sowie die Verwendung von Phasenmodellen und geeigneten Methoden im Cochingprozess. Ebenfalls ein Jahr dauert der Hochschullehrgang „Mentoring im Kontext von Lehrer/innenausbildung und Berufseinführung“.

Klarer Unterschied zu Coaching

Auch der Verbund Nord-Ost bietet ein Mentoringprogramm an. Der Verbund besteht aus der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik, der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems, den PH Niederösterreich und PH Wien sowie der Universität Wien. Dort leitet Kornelia Steinhardt den Universitätslehrgang „Supervision und Coaching“. Für sie gibt es einen klaren Unterschied zwischen Coaches und Mentoren, nämlich „die Unabhängigkeit des Coaches vom Unternehmen, dass sie nicht ,Ausführende‘ von Vorgaben des Unternehmens sind, während Mentoren von den Vorgaben ihres Unternehmens abhängig sind“. Sie räumt allerdings ein, dass es auch andere Anlässe für Mentoring gibt, beispielsweise Frauenförderung oder interkulturellen Austausch.

Mentoring für Migranten

Der Österreichische Integrationsfonds bietet beispielsweise gemeinsam mit dem AMS und der WKO ein „Mentoring für Migranten“-Programm an. Ziel: erfahrene Personen des heimischen Wirtschaftslebens als Mentoren und gut qualifizierte Personen mit Migrationshintergrund als Mentees zusammenzubringen, um sie bei der Integration in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Ein halbes Jahr arbeiten sie gemeinsam an Aktivitäten zum Einstieg in den Arbeitsmarkt. Das Programm findet einmal pro Jahr statt. Die Teilnahme 2020/21 ist in Tirol, Oberösterreich und der Steiermark möglich.

Web: www.horizont.co.at,  www.bic.cc/wp
www.lehramt-ost.at/weiterbildung
www.postgraduatecenter.at,
www.integrationsfonds.at/weiterbildung