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Impfskepsis

Wenn der Impfstart falsch läuft

Die Ungeduld ist verständlich, aber: Ein Impfstart darf nicht übereilt erfolgen. Fehler und Pannen bei Impfungen werden nicht verziehen. Über einige düstere Kapitel in der Erfolgsgeschichte der Impfungen, bei denen Kontrollmängel auftraten. Sie führten zu Impfskepsis und in der Folge zu mehr Erkrankungen.

Der sechsjährige Schüler Randy Kerr war sichtlich stolz, als er, mit Bürstenhaarschnitt, Hosenträgern und einem Lächeln im Gesicht, als Erster vor der Turnhalle seiner Schule in McLean, Virginia, drankam. Eine Krankenschwester krempelte seinen linken Ärmel hoch, ein Arzt verabreichte ihm eine Injektion, dann trat das nächste Kind an seinen Platz. „Ich habe gar nichts gespürt“, so Kerr, der kleine Polio-Pionier.

Die Prozedur wurde in den kommenden Wochen landesweite Routine. Es war der Beginn des größten öffentlichen Gesundheitsexperiments in der amerikanischen Geschichte. Eine Umfrage ergab, dass die Zahl der Amerikaner, die über die neue Impfung gegen die gefürchtete Poliomyelitis (Kinderlähmung) Bescheid wussten, größer war als die derer, die den vollen Namen des Präsidenten kannten.

Bis zur Entwicklung des Impfstoffes Mitte der Fünfzigerjahre lebten Millionen von Eltern in den USA in ständiger Angst, ihre Kinder könnten erkranken. Allzu langsam ging die Forschung voran. Jeder erinnerte sich an den früheren Präsidenten Franklin Delano Roosevelt: Er konnte als junger Politiker binnen weniger Tage seine Beine nicht mehr bewegen, weil er sich mit dem Poliovirus infiziert hatte. Pro Jahr starben mehrere Tausend Amerikaner daran, Zehntausende blieben gelähmt. Am schlimmsten war das Jahr 1952.