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Gastkommentar

Die wahre amerikanische Versöhnung steht aus

Peter Kufner
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Die nationalistische Ideologie des Amerikanischen
Exzeptionalismus ist eine Gefahr für die Demokratie in den USA.

Ein Bild, das um die Welt ging: Ein weißer männlicher Aufrührer schwenkt unbehindert die “Stars and Bars”, die Kriegsflagge der Konföderierten Staaten von Amerika, ein paar Schritte entfernt vom Heiligtum der US-Demokratie, dem ehrwürdigen Sitzungssaal des Senats, wo an jenem denkwürdigen Tag vergangene Woche Joe Bidens Wahlsieg durch den Kongress bestätigt hätte werden sollen.

Die Fahne ist historisch betrachtet ein Symbol der Unterdrückung und des Todes. Die Konföderation kämpfte während des Bürgerkriegs für die Erhaltung der Sklaverei; kein anderes politisches Regime ist für das Sterben von mehr amerikanischen Soldaten verantwortlich. Für den Mob, der das Kapitol in Washington stürmte, ist die Flagge hingegen ein Symbol der persönlichen Freiheit. Woher kommt diese zwiespältige Interpretation? Eine Erklärung hierfür ist die nationalistische Ideologie des Amerikanischen Exzeptionalismus. Jene Weltanschauung räumt den Vereinigten Staaten eine politische und moralische Sonderstellung in der Staatengemeinschaft ein. Amerika ist nicht nur ein Land, sondern vielmehr ein utopisches Ideal.