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Finanzierung

Republik holt sich erstmals im neuen Jahr frisches Kapital

Investoren stellen der Republik 1,38 Milliarden Euro zur Verfügung. Der Zinsabstand zu den deutschen Benchmark-Anleihen hat sich dabei weiter eingeengt.

Die Republik Österreich hat sich am Dienstag zum ersten Mal im neuen Jahr frisches Kapital am Markt geholt. Über die Aufstockung einer zehn- und einer 30-jährigen Bundesanleihe konnten insgesamt 1,38 Milliarden Euro in die Staatskassen gespült werden, teilte die Oesterreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) mit.

Bei beiden Papieren seien bei der heutigen Emission die niedrigsten Renditen erzielt worden, die es bei diesen Anleihen bisher gegeben habe, sagte OeBFA-Chef Markus Stix im Gespräch mit der APA. Die zehnjährige Anleihe erzielte eine negative Emissionsrendite von minus 0,399 Prozent, bei der längerfristigen 30-jährigen Anleihe lag sie bei plus 0,159 Prozent.

Das niedrige Zinsniveau werde von den jüngsten Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) unterstützt, sagte der OeBFA-Chef. Die EZB hatte im Dezember im Rahmen ihrer Zinssitzung erneut das Notkaufprogramm ausgeweitet. Dieses ist mittlerweile 1,85 Billionen schwer. Zudem wurde die Laufzeit des Programms um neun Monate bis mindestens Ende März 2022 verlängert. All diese Maßnahmen würden unterstützend wirken in Anbetracht der regelrechten Flut an Staatsanleihen-Emissionen, die sich auch heuer fortsetze, damit die Staaten die Auswirkungen der Pandemie weiter finanzieren können, so Stix.

Der Zinsabstand der beiden Papiere zu den deutschen Benchmark-Anleihen habe sich weiter eingeengt. Damit verbesserten sich die Finanzierungskonditionen für Österreich weiter. Die zehnjährige Anleihe hat mittlerweile ein Gesamtvolumen von über 10 Milliarden Euro. Das Volumen der 30-jährigen Anleihe beläuft sich aktuell auf rund 4,4 Milliarden Euro.

Die heutige Auktion war nicht nur die erste im heurigen Jahr, sondern auch die erste nach dem Brexit. Britische Banken und auch US-Banken, die bisher über den Finanzplatz in London an der Auktion teilgenommen hatten, wickeln die Auktionen nun über ihre EU-Einheiten, beispielsweise in Irland oder in Frankfurt, ab. Trotz der Umstellung habe alles gut funktioniert, so Stix. Auf die Zusammensetzung der Primärhändler in Österreich hatte der Brexit bisher keine Auswirkungen.

Stix rechnet auch längerfristig nicht mit negativen Auswirkungen der Brexit auf den heimischen Anleihenmarkt. "Die Banken wären schlecht beraten, wenn die das Geschäft den anderen europäischen Banken überlassen", sagte der OeBFA-Chef am Dienstag. Die Coronapandemie hatte eine starke Steigerung bei den Emissionen von Staatspapieren ausgelöst, dies sei für Banken auch ein gutes Geschäft.