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B117

Das Leben als Privatgelehrter geht weiter - dank britischer Skilehrer.

Für viele Eltern geht der Traum weiter – jener, den sie einst schon in der Schulbank geträumt haben: Endlich einmal selbst Lehrer sein. Für Menschen mit bildungsbürgerlichem Hintergrund wurde überhaupt ihr Lebenstraum wahr: Endlich Privatgelehrter! Man fühlt sich gleich wie Immanuel Kant, Max Weber oder Dr. Faust zu ihren besten Zeiten. Wenn Zeit bleibt, geht sich auch noch eine (weitere) Dissertation nebenher aus. Im Fernstudium an der Boris-Jelzin-Universität in Moskau – die Älteren werden sich an den Gag aus dem „Kaisermühlenblues“ erinnern – geht das auch recht flott.

Zu verdanken haben wir das nun alles britischen Skilehrern. Seit den Zeiten von Lord Kandahar – die Jungen haben ihn nicht mehr gekannt – ein fixer Bestandteil des österreichischen Skizirkusses. Zu ihren Ehren, also den britischen Skilehrern, gibt es jetzt in Jochberg in Tirol auch eine neue schwarze Piste, die B117. Eine sehr selektive Strecke, mit vielen Schikanen, einmal geht die Bindung auf, dann wieder zu. Eine neue Netflix-Serie dazu ist ebenso geplant: „The Corown“.

Wobei: Fernsehen ist für einen Privatgelehrten, der etwas auf sich hält, natürlich nichts. Kant hatte seinerzeit überhaupt nur zwei Sender: „Königsberg 1“ und „Königsberg 2“.[R3FK3]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.01.2021)