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Österreich

Mehr Kleinwohnungen am Mietmarkt

Die Corona-Pandemie ändert laut Immobilienring das Mietpreisgefüge. In Wien und Salzburg fehlen zur Zeit auch kurzfristige Mieter im Hochpreissegment.

Die Beschränkungen in der Zeit der Corona-Pandemie
haben den heimischen Mietwohnungsmarkt in Bewegung gesetzt. Weil
traditionelle Zielgruppen - Studenten und Studentinnen,
Tourismusbeschäftigte, Expats, Saisongäste - auslassen, sind in
Städten mehr Mietwohnungen am Markt - im billigeren Segment der
Kleinwohnungen, aber auch im Hochpreissegment. Stark ausgeprägt ist
dies nach Angaben der im Immobilienring vereinten Makler in Wien und
in Salzburg, aber etwa auch in St. Pölten.

Für Mitte August 2020 bis Mitte Jänner 2021 hat das
Immobilienring-Research einen Lagebericht abgegeben. Weil vor allem
in Wien der Wohnungsneubau aufholte, hat sich die Situation beim
leistbaren Wohnen entspannt. Dazu drängten AirBnB Wohnungen auf den
Markt. Zunehmend mehr Eigentumswohnungen würden nicht für den
Eigenbedarf, sondern zur Vermietung gekauft. Studenten fehlten in
den Universitätsstädten, was zu einem vergrößerten Angebot an
Kleinwohnungen oder WGs führe. In Wien sei das Angebot bei Mieten
bis 750 Euro brutto um rund 40 Prozent gestiegen, ebenso in St.
Pölten. In Kategorien von 750 bis 1.250 Euro gebe es 10 Prozent mehr
Auswahl. In Salzburg habe sich das Mietwohnungsangebot zwischen 750
und 1.000 Euro fast verdoppelt. Deutlich weniger geworden sei das
Angebot indes in Linz und Klagenfurt. In Bregenz gebe es wie schon
bisher kaum Mietangebote.

Bei teureren Wohnungen mangelte es nach Daten des Maklervereins
vor allem auch in Wien zuletzt an Kurzfristmietern aus
internationalen Konzernen oder Organisationen. Gäste, Schauspieler
oder Mitarbeiter von Festspielen fehlten auch bei Ferienwohnungen
oder Zweitwohnsitzen, deutlich sichtbar in Salzburg.

Teuerste Städte in Westösterreich

Viele Jahre war in Wien und Salzburg das verfügbare Angebot im
Hochpreissegment zu klein. Internationale Unternehmen und Festspiele
buchten hochwertigen Wohnraum für Expats und Gäste. In Wien wurde
nach Angaben der Makler die Vermietung jedoch bereits vor vier, fünf
Jahren bei 2000 Euro schwierig, weil internationale Firmen nicht
mehr jeden Preis fürs Wohnen ihrer Mitarbeiter zahlten. Oft
erhielten die Beschäftigten einen Zuschuss und mieteten sich eine
günstigere Wohnung. Aktuell fehlten aber auch die kurzfristigen
Mieten im Hochpreissegment, so der Immobilienring. Damit habe sich
in Wien bei Mieten von 2000 bis 2500 Euro das Angebot zuletzt um
27 Prozent vergrößert. Der "imaginäre Mietpreisdeckel" sei aktuell
auf rund 1500 Euro gesunken, berichteten die Immoring-Präsidenten
Georg Spiegelfeld und Andreas Gressenbauer. Im Bereich von 1500 bis
1750 Euro sei das Angebot in Wien um 12 Prozent gestiegen, in Graz
und Salzburg sogar um 79 bzw. 68 Prozent.

Wohnungen mit etwa 90 Quadratmetern und 12 bis 15 Euro
Bruttomiete/m2 und Sanitäranlagen meist aus den 1970ern wurden in
den vergangenen Jahren an Studenten als WGs vermietet. Aber seit
zehn Monaten fehlten Studenten in den Uni-Hauptstädten, und für
Familien seien die Grundrisse meist nicht geeignet, so die Makler.
Zimmer würden ab 380 bis etwa 500 Euro warm angeboten - allerdings
seien zu diesem Preis bereits Kleinwohnungen mit rund 35
Quadratmeter zu haben.

Zu etwas anderen Zahlen kommt das Onlinemarktplatzportal
immowelt.at in seinem Beobachtungsradius. Demnach seien in
Österreich in 9 von 12 Städten die Mieten weiter gestiegen, darunter
in Wien mit einem leichten Zuwachs um 2 Prozent auf von 14 Euro.
Auch in den teuersten Städten Innsbruck (17,70 Euro) und Salzburg
(15,70 Euro) seien die Mieten im Vergleich zum Vorjahr um jeweils 3
Prozent weiter angestiegen. Untersucht worden seien die
Angebotsmieten für Wohnungen (40 bis 120 Quadratmeter) in den
Landeshauptstädten und größten Städten Österreichs.

In Innsbruck konkurrierten in den vergangenen Jahren Arbeitnehmer
aus der lange Zeit boomenden Tourismusbranche mit Studenten der
renommierten Universität um Wohnraum. Dass sich der Wohnmarkt durch den Einfluss von Corona in der Tiroler Landeshauptstadt nun anders entwickelt, zeichnet sich für diesen Standort laut immowelt.at
bisher nicht ab.

(APA)