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JVP: Islampredigten nur noch auf Deutsch

(c) Michaela Bruckberger
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Der Chef der Jungen ÖVP, Sebastian Kurz, forderte den Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Anas Schakfeh, auf, „nicht von Moscheen und Minaretten in jeder Landeshauptstadt zu träumen."

Wien. Der Chef der Jungen ÖVP, Sebastian Kurz, forderte den Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Anas Schakfeh, auf, „nicht von Moscheen und Minaretten in jeder Landeshauptstadt zu träumen und Konflikte zwischen den Kulturen anzutreiben“. Stattdessen schlage er vor, dass Predigten und der Alltag in Moscheen in Österreich künftig nur noch auf Deutsch stattfinden sollten. „Damit soll die Chance zur Integration der Glaubensgemeinschaft erhöht werden.“

Anas Schakfeh meinte dazu: Es werde schon in vielen Moscheen auf Deutsch gepredigt. Die Islamische Glaubensgemeinschaft unterstütze dies auch. Man wolle, dass in noch mehr Moscheen auf Deutsch gepredigt werde, und man fördere auch das Erlernen der deutschen Sprache.

Der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft, der Wiener SPÖ-Mandatar Omar Al-Rawi, fand es hingegen bedauerlich, dass nun auch die Junge ÖVP versuche, „durch das Schüren von antimuslimischen Ressentiments auf Stimmenfang im rechten Lager zu gehen“. Bezüglich des Wunsches, dass in Moscheen nur noch Deutsch gesprochen werden sollte, meinte Al-Rawi, es werde schließlich auch in polnischen oder russischen Kirchen nicht auf Deutsch gepredigt.

Christine Marek, Obfrau der Wiener ÖVP, unterstützte Kurz' Vorstoß: Deutsch müsse „Pflicht und Selbstverständlichkeit“ sein. BZÖ-Generalsekretär Christian Ebner meinte, die ÖVP sollte diese „Uraltforderung“ endlich umsetzen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.09.2010)