TV-Notiz

"Wir sind Kaiser*in" lässt an Schulfernsehen denken

Der Gast in der ersten Sendung nach der Neukonzeption: Science-Satiriker Martin Moder.
Der Gast in der ersten Sendung nach der Neukonzeption: Science-Satiriker Martin Moder.(c) Screenshot ORF
  • Drucken

Die einst zynische Figur des Kaisers soll nun eine aufklärerische Wirkung entfalten. Das ist sicher gut gemeint.

Die Figur von Robert Heinrich I., verkörpert von Robert Palfrader, wies schon immer Bildungslücken auf. Wobei man besser formulieren könnte: Der Mann zeigte eine gepflegte Ignoranz gegenüber den Realitäten des Lebens, die ihn nicht interessierten. Das machte einen Teil des Charmes der Sendung aus, die von 2007 bis 2020 im ORF lief: Die nonchalante Ablehnung des Profanen, solang es nicht dem Lustgewinn diente. Und damit hielt der Kaiser so manchem Gast den Spiegel vor. Das hat sich nun geändert.

Am Mittwoch startete das konzeptuell überarbeitete „Wir sind Kaiser*in“ – in einer eher bescheidenen Kanzlei, ohne Publikum und statt eines Throns mit einem „Kommandostuhl“. Dabei wirkt das Ambiente genauso brav wie der Inhalt der Sendung, die eigentlich an Pep hätte gewinnen sollen. Primär durch Kronprinzessin Leopoldine, gespielt von Lilian Jane Gartner, die als uneheliche Tochter in den Palast einzieht und so etwas wie die „Themen ihrer Generation“ einbringen werde, wie es vorab hieß. Das ist natürlich nicht bierernst gemeint und man hat sich sicher viele Gedanken darüber gemacht, ist aber letztendlich doch zu den nicht wirklich erkennbar ironisch gemeinten Plattitüden zurückgekehrt.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.