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Handball

Österreichs WM-Schicksal scheint nach nur 60 Minuten besiegelt

2021 IHF Handball World Championship - Preliminary Round Group E - Austria v Switzerland
Tobias Wagner und Co. mussten sich der Schweiz beugen.Pool via REUTERS
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Nach der Niederlage zum Auftakt gegen Nachrücker Schweiz benötigen Österreichs Handballer für den Aufstieg in die Hauptrunde ein Wunder, für das es keinerlei Anzeichen gibt. Die prominenten Ausfälle wiegen zu schwer.

Österreichs Handball-Nationalmannschaft der Männer hat das erste Spiel der WM in Ägypten gegen die Schweiz mit 25:28 (13:13) verloren. Damit scheint Österreichs Schicksal bei dieser Endrunde bereits nach 60 Minuten besiegelt. Denn für den Aufstieg in die Hauptrunde muss die Gruppe unter den Top drei abgeschlossen werden, die weiteren Gegner in der Vorrunde dürften mit Frankreich (Samstag, 18 Uhr, live ORF 1) und Norwegen (Montag, 20.30 Uhr, live ORF Sport Plus) aber außer Reichweite sein.

Das Spiel gegen die Schweiz hätte eigentlich gegen die USA stattfinden sollen, keine 48 Stunden vor Turnierstart mussten die Amerikaner aufgrund von 18 positiven Coronafällen im Team allerdings absagen. Die USA zählt im Handball eher zur Kategorie der Exoten, weswegen Österreich in diesem Duell klar zu favorisieren gewesen wären. Die Schweiz hingegen ist ein anderes Kaliber, war bei der jüngsten EM 2020 immerhin 16. und stellte angeführt von Weltklasse-Rückraum Andy Schmid eine weitaus größere Herausforderung dar.

Nach einer Halbzeit auf Augenhöhe (13:13) setzte sich die höhere Qualität der Schweiz letztlich durch, Österreich fehlte es im Angriff an Durchschlagskraft und Ideen, in der Abwehr an Aggressivität und Kompaktheit. Auch die beiden eingesetzten Torhüter Thomas Bauer und Thomas Eichberger geizten an diesem Abend mit bitter nötigen Paraden.

Nicht zu kompensieren

Ein wesentlicher Grund für den Qualitätsunterschied war auch das Fehlen heimischer Leistungsträgern, allen voran Nikola Bilyk, Janko Božović (beide verletzt) und Fabian Posch (gesundheitliche Bedenken). Dieses Trio hatte bei der EM-Endrunde vor einem Jahr für 101 Tore verantwortlich gezeichnet und war ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Spiel der Österreicher. Die Vorstellung von Teamchef Aleš Pajovič, die schwer wiegenden Ausfälle als Mannschaft kompensieren zu können, blieb Wunschdenken.

Österreich hat sich zwar in Bestbesetzung bei der Heim-EM vor zwölf Monaten mit Platz acht zu neuen Höhen aufgeschwungen, ohne seine besten Spieler, die den Unterschied ausmachen können, versinken aber viele Teams rasch im Mittelmaß. Das ist keine Schande, sondern eine Tatsache. Auch Österreichs Auswahl ist dahingehend keine Ausnahme.

Sollten die beiden Spiele gegen die Handball-Großmächte Frankreich und Norwegen erwartungsgemäß verloren gehen und das ÖHB-Team den letzten Gruppenplatz belegen, spielt man im President's Cup um die Plätze 25 bis 32. Pajovič: „Das ist eine schwere Niederlage, aber wir müssen weiter kämpfen. Jetzt müssen wir Charakter zeigen.“

("Die Presse", Printausgabe 15.01.2021)