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Das Jakobskreuz auf der Buchensteinwand im Pillerseetal.
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Klein, fein, retro

Ski fahren wie in guten alten Zeiten

Keine Spur von Komfort, dazu schön langsam. In Coronazeiten werden alte Schlepplifte und Sessellifte wieder interessant. Und kleine Skigebiete, die sich entschlossen haben offen zu halten, werden für Naturliebhaber und vorsichtige Wintersportler plötzlich attraktiv.

Entschleunigung ist ein Begriff, der in Skifahrerkreisen erstaunlich wenig Prestige genießt, zumindest bis März 2020 war das so. Schnell soll's gehen, rein in den Lift, rauf den Berg und wieder runter. Heuer ist das alles etwas anders. Natürlich wollen wir alle hinaus in die Natur, aber mit möglichst wenigen Kontakten zu Leuten, die wir nicht kennen. Dafür sind die schnellen und modernen Liftanlagen mit Gondeln und großen Sitzreihen nicht gerade prädestiniert. Und das macht kleine, fast vergessene Skigebiete mit ihrem nostalgischen Inventar wieder interessant. Allein oder zu zweit im Schlepp- oder Zweiersessel-, gern auch zu zweit im Vierersessellift, da gibt's in Coronazeiten kein schlechtes Gewissen. Ski fahren geht auch ohne Lederpolster mit Sitzheizung, WLAN in der Designerkabine mit Glasboden und anderen Bespaßungen.

Unter dem Riesenkreuz: die Buchensteinwand

Halluzinationen sind im Pillerseetal im Norden Tirols nichts Ungewöhnliches. Da fährt man ganz entspannt durch das idyllische Tal zwischen Waidring und Fieberbrunn, freut sich über die bilderbuchhafte Beschaulichkeit mit kleinen Dörfern mit hohen Kirchtürmen, typischen Tiroler Bauernhöfen und Wirtshäusern – und dann das. Ganz oben an der Buchensteinwand ragt ein Kreuz in den Himmel, das ortsfremden Autofahrern gern die Sinne verwirrt. Das Jakobskreuz sieht von Weitem aus wie ein Gipfelkreuz, ist tatsächlich aber ein Aussichtsbauwerk mit stattlichen 30 Metern Höhe, das über ein Treppenhaus innen begehbar ist und für Ausstellungen und Events genutzt wird. Sonst ist das Skigebiet Buchensteinwand darunter ein sympathischer Anachronismus, der in normalen Zeiten mit der großen Konkurrenz in den Kitzbüheler Alpen und rund um Fieberbrunn und Saalbach-Hinterglemm natürlich nicht mithalten kann. Zwei Vierersessellifte und sechs Schlepplifte verteilen sich auf das Terrain zwischen 855 und 1456 Metern Höhe. Zwei schwarze und sonst leichte bis mittlere Abfahrten, eine davon verbindet die Buchensteinwand mit der Biathlonhochburg Hochfilzen.