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Rezession

Konjunktur: Erholung ab dem Sommer

Im Dezember hat sich die Konjunkturstimmung in Österreich kurzzeitig aufgehellt.
Im Dezember hat sich die Konjunkturstimmung in Österreich kurzzeitig aufgehellt.APA
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Österreich schlitterte Ende 2020 neuerlich in Rezession.

Wien. Im Dezember hat sich die Konjunkturstimmung in Österreich kurzzeitig aufgehellt. Eine breite Erholung wird es aus Sicht der Ökonomen der Bank Austria aber erst im zweiten Halbjahr 2021 geben. Für das Gesamtjahr erwarten sie mehr als drei Prozent Wirtschaftswachstum – nach vermutlich sieben Prozent BIP-Rückgang im abgelaufenen Jahr.

Der Bank-Austria-Konjunkturindikator verbesserte sich im Dezember auf ein Minus von lediglich 1,1 Punkten – nach minus 2,5 Zählern im November. Das zeige jedoch nur eine kurzfristige generelle Stimmungsverbesserung vor der neuerlichen Maßnahmenverschärfung Ende Dezember an. Ende 2020 dürfte Österreich erneut in eine Rezession geschlittert sein, sodass die Wirtschaftsleistung im gesamten Vorjahr um über sieben Prozent eingebrochen sein dürfte, so Chefökonom Stefan Bruckbauer. Damit wäre der BIP-Rückgang im Coronajahr 2020 etwa doppelt so stark gewesen wie im Finanzkrisenjahr 2009.

Hoffen auf die Impfung

Über den größten Teil des Winters sei wegen der Pandemie noch von einer schwachen, teilweise rückläufigen Wirtschaftsentwicklung auszugehen. „Erst mit dem wärmeren Wetter und der flächendeckenden Durchimpfung der Bevölkerung im Lauf des kommenden Sommers werden die beschränkenden wirtschaftlichen Maßnahmen weitgehend verschwinden können“, hieß es noch vor der Ankündigung einer möglichen Verlängerung des Lockdowns über den 25. Jänner hinaus.

Nach einem weiterhin schwierigen Winter sei im zweiten Quartal eine von Basis- und Nachholeffekten angetriebene Gegenbewegung der Konjunktur zu erwarten. Erst danach könnte auf Basis einer breiten – und dann auch nachhaltigen – Stimmungsverbesserung im zweiten Halbjahr eine grundlegende wirtschaftliche Erholung einsetzen, so der Bank-Ökonom Walter Pudschedl: „Mit hoher Dynamik ab dem Spätsommer ist für 2021 ein Wirtschaftswachstum von über drei Prozent in Sicht.“ Für 2022 hält man einen BIP-Anstieg von fünf Prozent für möglich, unterstützt durch fiskal- und geldpolitische Maßnahmen. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.01.2021)