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Vaterschaft

Papa schwingt auf derselben Wellenlänge

Aktiv gelebte Vaterrolle hat Einfluss auf Gehirnaktivität.
Aktiv gelebte Vaterrolle hat Einfluss auf Gehirnaktivität.Imago Images
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Aktiv gelebte Vaterrolle hat Einfluss auf Gehirnaktivität.

„Beim nächsten Kind werde ich Vater“, sagt die Mutter – so ein Bonmot in Babykrabbelgruppen. So mancher mit der Arbeit rund ums Kind allein gelassenen Frau bleibt dabei wohl das Lachen im Hals stecken. Denn während die Mutter als Hauptbezugsperson immer noch die automatische Norm ist, bestimmen Väter das Ausmaß ihres Care-Engagements in vielen Fällen nach Gutdünken. Dass das auch Auswirkungen auf die Gehirnaktivität hat, haben nun die Entwicklungspsychologinnen Trinh Nguyen und Stefanie Höhl von der Uni Wien herausgefunden.

Neuronales Einschwingen

Analog zu einer Studie mit Müttern im vergangenen Jahr ließen die Forscherinnen mit Kolleginnen aus Deutschland und Großbritannien Fünf- bis Sechsjährige und ihre Väter – gemeinsam oder ohne gegenseitige Unterstützung – das Legespiel Tangram spielen. Dabei wurde die Gehirnaktivität der 66 Versuchsteilnehmer mittels funktioneller Nah-Infrarotspektroskopie gemessen.

In der vorangegangenen Untersuchung mit Müttern und ihren Kindern passten sich deren Gehirnaktivitäten im Schläfenlappen und im Frontalhirn an – also in jenen Regionen, die mit der Fähigkeit zum Fassen gemeinsamer Ansichten und zur Übernahme von Perspektiven anderer in Verbindung gebracht werden. Das geschah vor allem dann, wenn das jeweilige Paar spontan aufeinander einging. Wenn sich jeder allein mit den Tangram-Plättchen befasste, zeigte sich keine gemeinsame „Wellenlänge“.

Dieselbe wechselseitige Anpassung konnten die Forscherinnen auch beim Vater-Kind-Versuch zeigen. Die Synchronisation der Gehirnaktivität war hier überdies bei jenen Paaren höher, bei denen der Mann eine involvierte Elternrolle einnimmt. (APA/cog)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.01.2021)