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Hohe Zahlen, aber kein Lockdown: Als Kurz Südtirol als Abschreckung nannte

Bozen vor den Massentests im November
Bozen vor den Massentests im November(c) APA/AFP/PIERRE TEYSSOT
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Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nannte die autonome Provinz Bozen als Negativ-Beispiel: Dort kehre man in „den vollständigen Lockdown zurück“. Das stimmt (noch) nicht.

Wenn es um eine Debatte zwischen Rom und Bozen geht (und nein, jetzt ist keine separatistische gemeint), sind die Loyalitäten für gewöhnlich klar verteilt: „Mama Österreich“, wie der langjährige Landeshauptmann Luis Durnwalder die Schutzmacht nannte, unterstützt die Südtiroler Position. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat keinen schlechten Draht zu Durnwalders Nachfolger, Landeshauptmann Arno Kompatscher von der Südtiroler Volkspartei. Und noch einen besseren zu Philipp Achammer, Landesrat und SVP-Chef.

Auch deswegen war man vermutlich überrascht, als Kurz am Sonntag bei einem Medienauftritt Südtirol als Beispiel nannte – im negativen Sinn: „Ich weiß, dass viele jetzt sagen: Man sollte mutig sein und zumindest den einen oder anderen Öffnungsschritt wagen. Aber in diesem Fall wäre das nicht Mut, sondern es wäre Leichtsinn. Ich würde fast sagen: Das wäre Fahrlässigkeit.“ Und weiter: „Südtirol hat am 7. Jänner geöffnet – und schließt heute wieder. Nach zehn Tagen kehrt Südtirol in den vollständigen Lockdown zurück.“