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Auslastung

Bis zu zwei Drittel der Kinder kommen in die Kindergärten

Trotz Lockdowns seien viele Standorte „voll“, sagt die Sprecherin von Netzwerk elementare Bildung Österreich (NeBÖ).

Nicht nur in einem Teil der Schulen, auch in den Kindergärten ist vom derzeit geltenden Lockdown vielfach nichts zu merken. „Ganz viele Einrichtungen sagen uns, dass die Häuser voll sind“, berichtet die Sprecherin des Netzwerks elementare Bildung Österreich (NeBÖ), Natascha Taslimi, der Austria Presse Agentur. In den meisten Bundesländern besuchen derzeit fast zwei Drittel der Kinder Krippe oder Kindergarten.

Eine besonders starke Auslastung meldet Oberösterreich: Dort sind im Schnitt 75 Prozent der Kinder da, Tendenz steigend, heißt es beim größten Träger Caritas. Es gebe dabei kaum mehr regionale Unterschiede und auch keine zwischen Krabbelstuben oder Kindergärten, erläutert Edith Bürgler-Scheubmayr, Geschäftsführerin Caritas für Kinder und Jugendliche in Oberösterreich. Angesichts der hohen Anwesenheitszahlen wünscht man sich dringend Bewegung in Sachen Tests: Während das Testen in den Schulen ein großes Thema sei, habe man in den Betreuungseinrichtungen für die Kleineren keine Informationen, wann, wo, wie oder wer getestet werden solle.

In Kärnten könnten die Zahlen sogar noch höher sein. Im Dezember wurden dort laut Landespressedienst sogar 86 Prozent der Kinder betreut. Für Jänner liegen allerdings noch keine Zahlen vor, aufgrund der Rückmeldungen geht man aktuell von einem ähnlich hohen Prozentsatz aus.Auf einem ähnlichen Niveau sind die Betreuungsquoten derzeit in Salzburg (66 Prozent), Wien (65), dem Burgenland (63), Niederösterreich (60) und Vorarlberg (bis zu 59 Prozent). Diese Zahlen sind seit Ende der Weihnachtsferien recht konstant, Verschiebungen melden zumindest einige Bundesländer allerdings im Vergleich zur Zeit davor. In der Steiermark war in der zweiten Jännerwoche knapp die Hälfte der Kinder in Betreuung, wobei die Auslastung in den Krippen höher war als in Kindergärten und in der Stadt höher als am Land. Andere Bundesländer melden indes keine größeren regionalen Unterschiede.

Schnelltests auch für Kindergärten gefordert

„Wenn die Gruppen voll sind und das Personal da ist wie angegeben, wird das zu machen sein. Aber wenn Pädagoginnen oder Assistentinnen krank sind, wird es sicher schwierig", sagt NeBÖ-Sprecherin Taslimi. Immerhin seien die Kindergärten sehr bemüht, in den Kernzeiten - wie in den Corona-Präventionsmaßnahmen empfohlen - die Gruppen nicht zu durchmischen. In den Sammelgruppen in der Früh und am Nachmittag sei das allerdings schon aus wirtschaftlichen Gründen einfach nicht machbar.

Eine Rückkehr zur Regelung wie im ersten Lockdown, als nur Kinder mit Eltern in systemrelevanten Berufen in Betreuung durften, wünscht sich Taslimi im Gegensatz zur Lehrergewerkschaft [premium] trotzdem nicht. Sie fordert stattdessen, dass die Kindergärten, Sonderkindergärten und Horte, aber auch Kindergruppen und Tageseltern, nun rasch mit der neuesten Generation an Antigen-Schnelltests ("Nasenbohrertests") ausgestattet werden, damit das Personal sich schnell und unkompliziert am Standort testen kann. Regelmäßige Testungen will NeBÖ-Sprecherin aber nicht. Im Kindergarten gäbe es schlicht keine Personalressourcen, um diese durchzuführen. „Das könnte nur an die Eltern delegiert werden.“

Außerdem gebe es Engpässe bei Schutzmaterial wie Handschuhen, Desinfektionsmittel oder auch Masken, die die Pädagoginnen vor allem beim Kontakt mit den Eltern beim Bringen oder Abholen benötigen würden. „Dort, wo sie mit anderen Erwachsenen in Kontakt treten, wäre es wahnsinnig hilfreich, wenn ausreichend FFP2-Schutzmasken an den Standorten vorhanden wären, damit sich das Personal einfach geschützt fühlt.“ Im Kontakt mit den Kindern würden die meisten im Wissen darum, wie irritierend die Maske für die Kinder wäre und welche Rolle die Mimik in der Kommunikation spielt, ohnehin darauf verzichten.

(APA)