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Hilfspaket

Wien schnürt viertes Corona-Hilfspaket

"Presse"-Chefredakteur Rainer Nowak im Gespräch mit Bürgermeister Michael Ludwig.Günther Peroutka
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Bürgermeister Michael Ludwig kündigt beim „Gespräch im Turm“ mit Chefredakteur Rainer Nowak ein viertes Corona-Hilfspaket für die Wiener Wirtschaft an.

Es war eine Premiere. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig war der erste Gast der „Gespräche im Turm“, der sich bereits zum zweiten Mal den Fragen von „Presse“-Chefredakteur und Herausgeber Rainer Nowak stellte. Das pointiert geführte Gespräch ging am Dienstagabend im Wiener Ringturm über die Bühne – „Die Presse“ und der Wiener Städtische Versicherungsverein hatten im Rahmen einer Kooperation zu der spannenden Diskussionsveranstaltung geladen, die auch über die Internetseite der „Presse“ übertragen wurde.

Corona-Paket wird nächste Woche beschlossen

Das erste Mal, als Michael Ludwig im „schönsten TV-Studio Wiens“ zu Gast war, so Rainer Nowak mit Blick vom Ringturm, war Ludwig noch nicht Bürgermeister, sondern kandidierte um die Nachfolge von Michael Häupl. Damals ging es in dem Gespräch um die wachsende Stadt und ihre Herausforderungen. „Das waren wahre Luxussorgen im Vergleich zu heute“, leitete Nowak das Gespräch ein, in dem der Bürgermeister eine überraschende Ankündigung machte: „Wir haben vor, ein viertes Corona-Hilfspaket zu beschließen“, so Ludwig, der betonte, dass es sich nicht um ein vages Vorhaben handele, sondern ein konkretes Projekt, das bei der nächsten Klausur der Stadtregierung beschlossen werden solle. „Die Klausur ist nächste Woche.“

Apropos Corona-Maßnahmen: Die Pandemie und deren Auswirkungen werde Wien noch „in den nächsten Jahren“ beschäftigten, meinte der Wiener Bürgermeister. Zu glauben, dass mit der angelaufenen Corona-Impfung die Krise im Laufe des heurigen Jahres vorbei sei, stimme nicht: „Es wird noch in den nächsten Jahren zahlreiche Folgewirkungen geben.“

Ludwigs Auftritt mit Kanzler Kurz

Auf großes Interesse ist der jüngste Auftritt Ludwigs mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bei der Verkündung der neuen Lockdown-Verschärfung gestoßen. War die Anwesenheit des mächtigen Vorsitzenden der Wiener SPÖ ein Zeichen für einen fliegenden Koalitionswechsel? Das verneinte Ludwig: Falls Kanzler Kurz mit den Grünen den dritten Koalitionspartner verbrauche, gebe es Neuwahlen. Zur seinem Auftritt an der Seite von Kurz erklärte er: „Ich wurde vom Bundeskanzler gefragt und habe mir dann etwas Bedenkzeit erbeten.“

Bedenkzeit? Er habe das zuerst mit SPÖ-Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner besprochen, um sich mit ihr abzustimmen, so Ludwig. Sein Auftritt an der Seite des Kanzlers sollte signalisieren, „dass wir in dieser Corona-Krise, vor allem wegen der neu aufgetretenen Mutation, auf einer Linie mit der Bundesregierung sind und diese Maßnahmen mittragen und unterstützen.“ Und: „Das war außerdem nicht der erste Auftritt mit dem Kanzler“, erklärte der Bürgermeister und verwies auf den gemeinsamen Besuch einer Corona-Teststation – um sich im nächsten Satz sofort von der ÖVP abzugrenzen: „Das heißt nicht, dass wir die politischen Differenzen beigelegt haben“, meinte Ludwig in Anspielung auf türkise Angriffe auf das rot geführte Wien während des Wien-Wahlkampfes.

Bis vor Kurzem war die SPÖ bei der Corona-Bekämpfung aber nicht auf Regierungslinie. Woher der Sinneswandel, wollte Nowak wissen: „Die große Wendung kam in den Tagen, als man sah, wie sich das mutierte Virus entwickelt hat“, so Ludwig, der sich auf eine Einigkeit aller Experten über die Gefährlichkeit des neuen Virus bezog: „Deshalb haben wir die harte, unpopuläre Linie (statt Lockerungen ein verschärfter Lockdown, Anm.) in groben Zügen mitgetragen.“

Kommt neuer Gastro-Gutschein?

Corona sorgt gerade in Gastronomie, Unterhaltungsbranche und Tourismus für Probleme. Dazu Ludwig: „Wir müssen leider damit rechnen, dass es in den nächsten fünf Jahren noch Auswirkungen gibt – vor allem im Tourismus.“ Wobei Ludwig eine Neuauflage des Wiener Gastrogutscheins nicht ausschloss. (stu)