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Umbau

Wien Museum: Der Donnerbrunnen siedelt ins Museum

Die Ybbs, eine der Original-Figuren des Donnerbrunnens, vor dem Transport vom UnterenBelvedere ins Lager des Wien Museums.(c) Lisa Rastl
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Das Wien Museum wächst heuer in die Höhe – und plant seine Wieder-Eröffnung mit nie gezeigten Objekten. Auch die Original-Figuren des Donnerbrunnens werden nun restauriert und ab 2023 im Museum zu sehen sein.

2020 war das Jahr fürs Grobe im Wien Museum: Der Oswald-Haerdtl-Bau am Karlsplatz wurde entkernt, das Dach abgetragen. 40 Pfähle, die bis in 40 Meter Tiefe reichen, wurden errichtet, auf denen das Fundament des künftigen Ausbaus stehen wird.

Und auch wenn die Bauarbeiten nun weitergehen – in diesem Jahr folgt nun der Hochbau, das Gebäude bekommt zwei Stockwerke aufgesetzt –, und man dem Wien Museum beim Wachsen zusehen kann, geht es auch in die Detailplanung: Für die Zeit, wenn das Museum wieder eröffnen wird.

Dies wird, so der der Zeitplan hält (was er bisher tut), 2023 erfolgen. So steht die Detailplanung der neuen Dauerausstellung an, die für Direktor Matti Bunzl „einer der spannenden Aspekte im Wien Museum neu“ ist. Da das frühere Atrium dann zur riesigen Ausstellungshalle, wird, „ist es uns möglich, Dinge zu zeigen, die das Wien Museum bisher nicht ausstellen konnte“. Ja, die es nicht einmal bei sich lagern konnte.

Von der Vergangenheit in die Gegenwart

Für ebendiese Dauerausstellung, die Wiens Stadtgeschichte chronologisch erzählen will und durch die man sich „ähnlich wie im Guggenheimmuseum“ von der Vergangenheit (unten) in die Gegenwart (oben) bewegt, auch andernorts gelagerte Objekte zurückgeholt. Wie ein rund fünfeinhalb Meter hohes Modell des Stephansdoms aus dem 19. Jahrhundert, das bisher im Dachboden des Stephansdoms aufbewahrt wurde. Im Wien Museum war dafür nach der Übersiedlung auf den Karlsplatz in den 1950ern schlicht kein Platz.

Oder die Original-Figuren des Donnerbrunnens, die schon seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr am Neuen Markt zu finden sind (sondern dort durch Bronze-Kopien ersetzt wurden) und bis vor kurzem im Marmorsaal des Unteren Belvederes standen. Nun werden die tonnenschweren Original-Figuren aus Blei restauriert. Ob die Figuren dann möglichst originalgetreu als Ensemble arrangiert werden oder nicht (Letzteres befürchten Experten, die „Presse“ berichtete), steht noch nicht fest.

Erstes Auftragswerk der Stadt Wien

Der Donnerbrunnen sei für das Wien Museum – und die Stadtgeschichte – auch deswegen von großer Bedeutung, „weil es das erste öffentlich beauftragte Kunstwerk der Stadt Wien war“, sagt Bunzl. Kein Auftrag des Königshauses, sondern „des bürgerlichen Wiens. Im Grunde war es die erste Public Art“, mit der Georg Raphael Donner beauftragt wurde, der den Brunnen 1739 fertig stellte.

So soll das Wien Museum ab 2023 aussehen. (Rendering)© Certov, Winkler + Ruck Architekten

Trotz Umbaus will das Wien Museum auch heuer zwei neue Ausstellungen, im Ausweichquartier, dem „Musa“ beim Rathaus, zeigen. Zum einen die Fotoausstellung „Augenblick! Straßenfotografie in Wien“. „Sie ist fast fertig, aber ich kann nicht sagen, wann sie eröffnet wird, nur, dass sie kommen wird.“ Schuld daran ist natürlich die lockdownbedingte Planungsunsicherheit, die Eröffnung ist daher etwas vage für Frühling oder Sommer 2021 geplant.

Dass das Wien Museum auch über eine „riesige und großartige Fotosammlung“ verfügt, sei wenig bekannt: Die Ausstellung ist „nun der erste Versuch, einen repräsentativen Querschnitt“ zu zeigen, der das Leben auf Wiens Straßen ab den 1860ern widerspiegelt.

Zuschauerinnen bei einem Pferderrennen in Wien, 1956.Wien Museum/Steinfest


Ebenfalls in diesem Jahr (und ebenfalls noch ohne Datum) soll die Ausstellung „Auf Linie. NS-Kunstpolitik in Wien“ gezeigt werden. Sie basiert auf noch recht jungen Forschungsarbeiten über die „Reichskammer der bildenden Künste“ der Nationalsozialisten. Künstler mussten sich in der NS-Zeit bei ebendieser Reichskammer registrieren, unter anderem auch der spätere Wien-Museum-Architekt Haerdtl. Auch die Rolle des Wien Museums selbst während der NS-Zeit wird thematisiert.

Ein konkretes Datum gibt es dann aber doch: Am 11. Februar wird die Bauzaunausstellung „Almost. Wiener Weltreisen 1873 / 2020“ eröffnet: Am Bauzaun beim Karlsplatz werden Schnappschüsse von Wojciech Czaja Souvenir-Fotos der Wiener Weltausstellung 1873 gegenüber gestellt.

Auf einen Blick

Das Wien Museum am Karlsplatz wird derzeit um- und ausgebaut. Seit Februar 2019 ist das Museum geschlossen – der Bau von Oswaldt Haerdtl aus 1959 wird unter Denkmalschutz-Auflagen umgebaut und erhält nun einen zweistöckigen Aufbau. Die Bauarbeiten liegen im Zeitplan, die Kosten des Umbaus sollen sich auf 108 Mio. Euro belaufen.

Die Wiedereröffnung ist für 2023 geplant.