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Landwirtschaft

Milchsee und Schweinestau: Erzeugen wir wirklich zu viel?

In Deutschland stehen immer noch 750.000 Schweine in der Warteschalnge vor den Schlachthöfen.
In Deutschland stehen immer noch 750.000 Schweine in der Warteschalnge vor den Schlachthöfen.Getty Images/fStop
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Millionen Liter Milch im Kanal, Schweine im Stau, aber leere Regale. Corona sorgt für irre Verwerfungen in der Landwirtschaft. Was nun? Sollen Europas Bauern leiser treten oder uns autark machen?

Wien. In Österreich war es nur ein Stück Hefe. Im ersten Lockdown zu Ostern war das Backmittel hoffnungslos ausverkauft. Andernorts waren die Auswirkungen der Pandemie drastischer: Ausgangssperren und Infektionen zerstörten ganze Ernten, geschlossene Grenzen und unterbrochene Lieferketten sorgten für leere Supermarktregale. Doch die Folgen von Covid-19 waren vor allem in der westlichen Welt komplexer. Zu wenig Nahrungsmittel gab es hier nie – dafür mitunter zu viel.

Im Frühling mussten britische Molkereien etwa jeden Tag eine Million Liter Milch in den Kanal schütten, weil ihnen mit den Restaurants und Hotels die wichtigsten Abnehmer weggebrochen sind. Und in Deutschland stehen aktuelle immer noch über 700.000 Scheine im Stau vor der Schlachtbank, weil aus Infektionsschutzgründen weniger Schweine geschlachtet werden. Die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast fordert bereits ein Ende der deutschen Export-Wirtschaft im Agrarbereich. Aber kann es wirklich sein, dass Europa just im Krisenjahr 2020 zu viel Lebensmittel produzierte?