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Immunisierung

AstraZeneca-Impfstoff: Wo liegt das Problem?

Ein Drive-In-Impfzentrum in Prag (Symbolbild)
Ein Drive-In-Impfzentrum in Prag (Symbolbild)APA/AFP/MICHAL CIZEK
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Österreich setzt in seiner Impfstrategie stark auf den Impfstoff von AstraZeneca. Doch ausgerechnet der ist noch nicht zugelassen.

Marketingtechnisch hatte es der Impfstoff AZD1222 von Anfang an nicht leicht. Im September wurde die Testung des Impfstoffs, der von der Universität Oxford in Kooperation mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca entwickelt wurde, wegen schwerwiegender Nebenwirkungen bei einem Patienten (routinemäßig) ausgesetzt. Später machte der Impfstoff mit einer verhältnismäßig geringen Wirkung von 62,1 Prozent (bei Biontech liegt sie bei 95 Prozent) Schlagzeilen. Vertrauensbildende Maßnahmen sehen anders aus. Trotzdem setzt die EU stark auf den europäischen Impfstoff. Weil er billig ist und im Kühlschrank gelagert werden kann. Auch in der österreichischen Impfstrategie spielt der Impfstoff eine wichtige Rolle, doch im ersten Quartal dürften weniger Dosen als ursprünglich kalkuiert eintreffen. Dass viele EU-Länder auf AZD1222 setzen, mag logisch sein und ist doch riskant, denn noch ist der Impfstoff gar nicht zugelassen. Warum nicht? Und wieso bereitet dieser Impfstoff solche Probleme?

Noch mehr zum Impfen und Impfchaos im "Presse"-Podcast.

Auch in der aktuellen Folge vom „Presse"-Podcast 1848 geht es ums Impfen. Es diskutieren Hans Winkler, „Presse"-Kolumnist, und die Wiener Expertin für Impfpolitik Katharina T. Paul mit Anna Wallner. Gleich hier reinhören.

1. Was ist das Problem mit der Zulassung des AstraZeneca-Impfstoffs?

Eigentlich gibt es kein Problem mit der Zulassung. So sieht es zumindest der Wiener Infektiologe Herwig Kollaritsch von der Med-Uni Wien, der auch Gesundheitsminister Anschober berät und im nationalen Impfgremium sitzt. Denn AstraZeneca hat seine Zulassung erst am 12. Jänner 2021, also vor eineinhalb Wochen, bei der europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eingereicht. Berichten zufolge könnte der Impfstoff mit Ende Jänner zugelassen werden – die Politik macht jedenfalls Druck, dass alles schneller geschieht. Kollaritsch sieht „trotzdem keine Gefahr“, dass sich die Behörde davon beeinflussen lässt. Die wüsste ja, dass eine verabsäumte Kontrolle auf sie zurückfällt.