Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

„Es gehört sich für einen Schatz, dass er nicht gefunden wird.“ Monika Helfer, geboren im Bregenzerwald.
Premium
Literatur

Erinnerung – wie geht das?

Nachdem sie in „Die Bagage“ ihren Großeltern ein Denkmal gesetzt hat, erzählt Monika Helfer nun im Roman „Vati“ von ihrer Kindheit zwischen Almwiesen und beengten Bregenzer Zimmern – forschend, gedankenflüchtend und so ganz anders, als wir das vom klassischen Memoir kennen.

Was hat sie uns Leser doch betört mit ihrer „Bagage“. So zart, so zauberhaft erzählte Monika Helfer uns da von ihrer Großmutter, hoch auf dem Berg, der wunderschönen Maria mit den pechschwarzen Haaren, ein Schneewittchen, das einen ebenfalls pechschwarzen Prinzen an ihrer Seite wusste und eine Schar von Kindern. Nur diese Prinzessin war arm, bettelarm, und sie blieb es, ihre Schönheit wurde ihr zur Last in einer Welt, in der mächtige Männer glauben, sie dürften jede Schönheit besitzen, das Leben war hart, im Krieg, aber auch ohne Krieg, und ihre Kinder, die hatten bald niemanden mehr, nur einander. Denn es ist ein trauriges Märchen, so traurig wie das Leben manchmal ist, und manchmal auch so fröhlich, denn diese Bagage, wie sie im Dorf genannt wurden, schlug sich durch, ob sie dafür wildern musste oder den Bürgermeister bedrohen – und sie hielt zusammen.

Was kann darauf folgen? Auf diesen Roman, der noch heute ganz oben auf den Bestsellerlisten steht, und in den Helfer so viel Herzblut hineingelegt hat, so viel Liebe. Ein weiteres wahres Märchen? Oder im Gegenteil ein Buch, in dem wieder mehr erfunden ist? Das sich nicht an die Realität anlehnt?