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„Dass wir keinerlei Tradition für eine freundliche Auseinandersetzung mit unserer Endlichkeit und Körperlichkeit haben.“ Adolf Holl im Fragment „Leibesvisitationen“.

Adolf Holl zum ersten Todestag: Der letzte Katholik

Im Arbeitszimmer Adolf Holls stehen sechzig Umzugskartons: 1800 Bände der Arbeitsbibliothek, Manuskripte, Korrespondenzordner, Lebenszeugnisse. Obenauf die Totenmaske und Holls Schreibmaschine, alles zum Abholen bereit.

Am 23. Jänner vorigen Jahres verstarb in seinem neunzigsten Lebensjahr in Wien-Döbling der Priester, Ketzer, Rebell, Publizist, Theologe, Schriftsteller und Gelehrte Adolf Holl im Haus seiner Lebensgefährtin, der langjährigen „Spiegel“-Korrespondentin Inge Santner-Cyrus. Am Schreibtisch in seiner Arbeitswohnung in der Hardtgasse 34 hinterließ er das Manuskript für sein 33. Buch mit dem Titel „Leibesvisitationen“. Es umfasst dreiundsiebzig auf seiner mechanischen Schreibmaschine getippte und von ihm selbst noch korrigierte Seiten.