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London: Leere Häuser trotz sinkender Mieten

Ein Exodus von Büroangestellten und die fehlenden Touristen haben mondäne Viertel wie Mayfair und Knightsbridge getroffen.
Ein Exodus von Büroangestellten und die fehlenden Touristen haben mondäne Viertel wie Mayfair und Knightsbridge getroffen.imago images/ZUMA Wire
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Der Londoner Luxusimmobilienmarkt leidet unter dem Lockdown.

London. Seit der letzten Finanzkrise stand es nicht mehr so schlecht um den Londoner Immobilienmarkt, attestiert das Immobiliendatenunternehmen LonRes und verweist auf die längste Wartezeit beim Vermieten von Wohnungen seit mehr als zehn Jahren. Und dies trotz sinkender Mieten. Ein Exodus von Büroangestellten und die fehlenden Touristen haben mondäne Viertel wie Mayfair und Knightsbridge getroffen, sodass sich die Vermieter gezwungen sehen, die Mieten zu senken oder die Objekte leer stehen zu lassen. Die Anzahl der Luxusbehausungen, die im Zentrum Londons gemietet werden können, ist gegenüber dem Vorjahr um 75 Prozent gestiegen.

Für Besitzer der mehrere Millionen Pfund teuren Immobilien könnte es ein langer Winter werden. Die Beschränkungen, die beim jüngsten nationalen Lockdown, der in diesem Monat begonnen hat, wieder eingeführt oder verschärft worden sind, dürften die Mieten noch einige Zeit begrenzen. „Es wird wahrscheinlich noch ein paar Monate geben, in denen niedrigere Mieten als in der Vergangenheit akzeptiert werden müssen“, sagte Marcus Dixon, Leiter Research bei LonRes.

 

Hoffnung beruht auf Impfungen

Die Regierung versucht, die Bevölkerung rasch gegen das Virus zu impfen. Vor diesem Hintergrund ist Dixon zuversichtlich, dass eine Erholung in Sicht bleibt. Als die Mietverträge im vergangenen Jahr ausliefen und die Pandemie neue Bewohner fernhielt, kam eine ganze Flut von leer stehenden Häusern auf den Markt.

Die Luxusmieten in London verzeichnen den größten Jahreseinbruch seit den Nachwirkungen der Finanzkrise. Sie sind in der Hauptstadt im Dezember um mehr als 14 Prozent gesunken, verglichen mit einem Jahr zuvor. Es ist nicht nur das Stadtzentrum betroffen, vielmehr verzeichnen die Außenbezirke die stärksten Rückgänge, da wohlhabende Mieter lieber noch weiter weg als in den Vororten leben wollen, berichtet Dixon.

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für Verhandlungen. Mieter, die in Londons nobelsten Häusern einziehen möchten, bekommen fast einen dreimal so großen Preisnachlass wie vor der Pandemie. Mehr als die Hälfte der Mieter haben es geschafft, den Preis zu drücken. „Vermieter wollen offensichtlich versuchen, Leerstände so weit wie möglich zu begrenzen“, sagte Dixon. Bei den Verkäufen sieht es nicht viel besser aus als bei den Vermietungen. Bevor das Coronavirus London heimsuchte, verzeichnete der Verkaufsmarkt für kurze Zeit zwei Quartale mit Wachstum, bevor die Preise einbrachen und sich der seit Jahren anhaltende Rückgang fortsetzte. (Bloomberg)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.01.2021)