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Pandemie

Wen Russland weltweit mit Sputnik impft

Eine Frau in Argentinien wartet auf die zweite Teil-Impfung.
Eine Frau in Argentinien wartet auf die zweite Teil-Impfung.REUTERS
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Moskau kann beim Impfstoffvertrieb auf alte Freundschaften und neue Allianzen zählen.

Dass Ungarn als erstes EU-Land am Donnerstag den russischen Impfstoff Sputnik V zugelassen hat, ist ein Erfolg. Nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für den Kreml, der mit seinem Vakzin im weltweiten Wettbewerb der Impfstoffentwicklung mitmischen will.

Bisher überwog im Westen die Skepsis. Doch Premierminister Viktor Orbán erklärte angesichts des Impfengpasses, dass seine Regierung in Moskau Impfstoff für eine Million Menschen bestellt habe. „Wir brauchen keine Erklärungen, wir brauchen Impfungen.“ Dass nun die dem Kreml auch in energie- und ordnungspolitischen Fragen zugeneigten Ungarn den europäischen Startschuss für Sputnik-Lieferungen geben, könnte Russland bei der internationalen Anerkennung des Vakzins helfen. In der EU läuft ein Bewilligungsverfahren.

Bekommt Sputnik eine Zulassung auf dem europäischen Markt, wäre das ein Punktesieg im Kampf gegen die Dominanz der westlichen Pharmaindustrie, in dem sich der Kreml sieht. Hier geht es nicht vordergründig um finanziellen Gewinn, sondern um geopolitische Konkurrenz.